39b Staatsverwaltung.
mögens nicht das eigene; auch hier werden oft nureinzelne Zweige berücksichtiget und andere untergraben,je nach der Ansicht, die man von der Staatswirthschafthat; denn da hier die Kräfte nicht zureichen, um alleStaatszweige gehörig zu unterstützen, so werden siegrößtentheils nur auf wenige angewandt, z. B. aufden Ackerbau oder auf Fabriken und Manufakturen,oder auf den Handel, je nachdem dieser oder jenerZweig in Beziehung auf die Nachbarländer einenbesseren Gewinn abwirft. Künste und Wissenschaftenwerden zwar oft in kleinen Ländern sehr gepflegt; aberauch hin und wieder wie Erdschwämme betrachtet, dienur den Saft aus dem Staatsboden saugen, ohne ihnwieder durch guten Dünger fruchttragend zu machen;denn man ist hier oft ein arger Egoist. Man darfBeispiele hiervon nicht lange suchen; denn sie warenauch in Deutschland vorhanden; dagegen haben ingroßen kultivirten «Staaten immer die Wissenschaftenund Künste geblühet, immer haben sie den Thron ver.herrlicht, ihm eine Glorie verliehen. Daß es aber inkleinen Staaten so seyn kann, wie oben das Bild ent-worfen worden ist, wenn der Herrscher selbst die Zügelder Regierung ergreift und sie nicht mit seinen Günst-lingen theilt, oder sie wohl diesen ganz überläßt, wovoneS auch Beispiele genug gegeben habe, ist gewiß. Esgiebt viele Beispiele von Herrschern, die das Bildeines großen Familienvaters verwirklichten, die ganzim Schooße ihrer Familie, des Volks, das Glückgenossen, welches ihr rastloses Bestreben, ihre Sor-gen und Mühen, glückliche frohe Menschen zu sehen,ihnen bereitete. — In denjenigen Staaten, woLand -stände oder Provinzialstände, s. oben, S.326,eingeführt sind, da haben auch diese einen großen Ein»fluß auf die Staatsverwaltung, aber noch mehr aufdie Staatswirthschast. Sie bilden einen glücklichenMittelstand zwischen Fürsten und Volk, und sind die