4l2 Staatswirthschaft.
zu retten. Auch ist noch der Windzug bei Leitung derVerhaue zu berücksichtigen, nach dessen Richtung dieFlamme hauptsächlich geht; auch sollen Gräbenlängst dem Verhaue gezogen werden, welches beson-Vers bei Torfgn'inden, vermoosten und verrosten Boden,und bei rankendem Holze wesentlich nothwendig sey,weil sich hier vorzüglich das Feuer am Boden fort-pflanzt, welches auch noch dadurch zu dämpfen ist,daß man die aus dem Graben aufgeworfene Erde aufdasselbe wirft und eö damit löscht.
Bei dem Berg baue ist die unterirdische oder so-genannte Berg-Geographie besonders zu berück-sichtigen. Von den Gebirgen kommen vor, hohe, Mit-tel- und Vorgebirge. Die Ersteren sind meistens Ur-gebirge, die aus einer einzigen Felsenmasse bestehen,aus Granit oder Urkalk; die Mittelgebirge sind mei-siens Ganggebirge, aus streichenden und fallendenGängen bestehend, welche entweder aus mineralhalti-gen, oder raube», faulen Erbarm» bestehen, daher derAusdruck: edle Mittelgebirge und unhöflicheGebirge. Die Letzteren, die Vorgebirge, sind mei-stens Flötzgebirge. Die auf dem flachen Lande zer-streuten Berge sind gewöhnlich Flötzgebirge. DaSGestein theilt sich nach seiner Beschaffenheit in diät-triges, ganzes, schmierkluftigeS, grobklüftiges, kurzklüf-tiges, seifichteS, verwirrtes Gestein, und in Hinsichtder Grubenzimmerung in faules, drückendes, schieben-des, unstandhasteö, feiges, flüchtiges Gestein. Einmir Mineralien angefüllter Riß wird nach Maaßgabeseiner Länge, Breite, Dicke rc., Gang, Kluft, Stock-werk, Wasenläufer rc. genannt. Die Gänge werdenin Rücksicht ihres Streichens in Mitternacht-, Mor-gen,, Mittag- und Abendgänge, oder in stehende Mor-gen-, Spat- und flache Gänge getheilt. Die Stundedrs Streichens wird durch ebensöhlige, gerade Haupt-linien von einem Ende des entblößten Ganges zum