Staatswirthschaft. 423
schäftigen will, so kann man auf Dörfern oder in klri.nen Städten in der Nähe von großen Runkelrüben-feldern bloß Fabriken zur Gewinnung des Saftes ausden Runkelrüben anlegen, also bloß zur Erzeugungder MoScovabe oder des rohen Zuckers, der dann inden größeren Fabriken in den großen Städten raffi-nirt wird, wie es mit dem Indischen Zucker geschieht.Die Bereitung desZuckerS, s. unter Zucker.Man kann auch noch den Ahornsast und mehrere an.dere Produkte zur Bereitung des Zuckers gebrauchen.— Die Seidenwürmerzucht oder der Seiden-bau kann auch als ein wichtiger Gegenstand betrach-tet werden, den man mit der Landwirthschaft in Ver-bindung bringen kann, und der auch in Deutschland,namentlich in Oesterreich und Preußen, schon damitin Verbindung gebracht worden ist. Dieser Gewetbs-zweig befördert zugleich dieKultur derMaulbeerbäume,wodurch auch noch ein, wenn gleich nur unbedeuten-der, Handelszweig durch die Maulbeeren erhalten wird,der früher manchen Invaliden rc. nährte. Wo daherdie Maulbeerbäume gut fortkommen, da kann manauch den Seidenbau betreiben. Man hat zwar Ver-suche mit Kohl- und Salatblättern zur Ernährung derSeidenraupen gemacht, welche auch, besonders Letztere,kein ganz ungünstiges Resultat geliefert haben, alleindie Maulbeerblättter sind dennoch vorzuziehen, weilnach diesem Futter die Seide eine weit bessere Eigen-genschaft erhält. S. den Art. Seidenbau, Th.152, S. 27 u. f,— Die Gewinnung des Honigsund des Wachses ist für die Landwirthschaft gleich-falls wichtig, wenn gleich das erste Produkt in Bezie-hung auf den Handel nicht mehr so wichtig ist, alsehemals, wo die Honig- oder Pfefferkuchen größten,theils mit diesem Produkte bereitet wurden; jetzt nimmtman bei der Wohlfeilheit des Zuckere und Syrubsdiese Artikel größtentheils dazu. Der Wachs ist aber