441
Staatswirthschaft.
Zuckerfabrikation, indem der Rum durch Destillationaus der geistig gegohrnen Melasse erhalten wird. —6) Gewerbe, wozu ganz eigene Lokaler-fordernisse gehören. DaöBleichen undAp-prekiren von Garnen,Zeugen,Leinwänden rc.Hierzu wird erfordert: ein beständig zufließendes, rei-nes und vorzüglich weiches Wasser, das weder Salzenoch Kohlensäure aufgelöst enthält, ferner ganz eigengelegene Bleichpläne, welche vorzüglich vor Ueber-schwemmungen und heftigen Windstößen gesichert sind;ferner die leichte Beischaffung von Brennmateriale undKali. Das Bleichen theilt sich vorzüglich in die Ra-senbleiche, wobei die Zerstörung der natürlichen Pig-mente durch Lichtstoffe u. dasOxigen des Wassers undder Luft vor sich geht, und wo dann der hierdurch er-zeugte Stoff durch kaustische Lauge absorbirt wird.Ferner in die Berthollelische Schnellbleiche durch ori-genirte Salzsäure, wodurch aber die Zeuge leicht be-schädigt werden. Das schnelle Zerstören des Pigmentsgeschieht hier durch das häufig zuströmende Oxigen,indem die zu bleichenden Stoffe mittelst einer Auslö-sung von Kochsalz, Braunstein und Schwefelsäure imheißen Wasser behandelt werden. Die bekanntenBleichmethoden sind folgende: die Holländische,Irländische, Flandrisch e,Pikardische, West-phälische, die vonTenner, Pajot des Char-mes, O'R eilly rc. Das Appretiern der Zeuge be-steht im Mangeln, Kalandern zwischen horizontalenzusammengepreßten Cylindern aus Holz, Messing oderfest zusammengepreßtem und abgedrehetem Papiere,besser aber im Spannen auf Conroi-Maschinen, dahierdurch der Faden nicht zusammengedrückt wird.Bei feinen Baumwollenzeugrn ist das Sengen wich-tig, um die feinen Haare von der Waare wegzuschaf-fen, wodurch sie sowohl ein glätteres Ansehen, alsauch weniger Empfänglichkeit gegen Beschmußung er-