Staatswirthschaft. 493
chelle, Jsle de RH6 und Cette. Beim Einkaufe mußman solche wählen, die wasserklar sind, einen reinenGeschmack, nur einen Weingeruch, und dabei die gehö-rige Stärke haben. Man macht in Frankreich auchExtrasorten von vorzüglicher Stärke, welche Spiritusoder H-, nach dem Grade ihrer Stärke genanntwerben, sie stehen 50, 60 bis 100 Prozent höher, alsdie gemeinen Branntweine; man gebraucht sie zur Ver-stärkung der gemeinen Sorten; auch gebrauchen sie dieParfümirer, Apotheker, Materialisten rc. Außer denBranntweinprobern kann man ihn auch dadurch un-tersuchen, daß man einen Löffel voll von diesem Brannt-weine nimmt und ihn anzündet; je weniger Phlegmabeim Verbrennen desselben übrig bleibt, desto stärkerist die Sorte. Man probirt auch den Branntweinmittelst des OelS, und erkennt seine Vollkommenheitdaran, daß das auf den Branntwein gegossene Oeluntersinkt; allein diese Probe ist nicht sicher, da manein Mittel hat, wodurch das Oel auch im schwachenund geringeren Branntweine zum Untersinken gebrachtwird. Den Weingeist probirt man mit Schießpulverin einem silbernen Löffel, gießt darin den Spiritusund zündet ihn an; fängt es (nämlich daöPulvernachdem Abbrennen des Spirikusseö) nicht Feuer, so giebtdieses ein Zeichen, daß der Weingeist schwach ist, nochviel Phlegma bei sich hat. Der Franzbranntwein undSpiritus (Weingeist, Vorlauf, Vorsprung) wird ge-meiniglich in großen Gebinden, ganzen oder halbenStückfäsiern zum Handel gebracht, und bei Vierteln zusechs Pinken gehandelt. Den Spanischen und Franz,brannkwein handelt man zu Amsterdam bei dreißigVierteln, den Fruchtbranntwein bei 128 Mingels.Die Ungarischen Branntweine und die Branntweinevom Kap der guten Hoffnung sind die stärksten unterallen, aber auch nach Verhältniß viel theurer. S.auchden Art. Branntwein, Th. 6, S. 430 u. f. Die