Staatswirthschaft. LV3
tingewinnung führt auch noch einige Nebengewinnun-nungen mit sich, welche Handelsartikel abgeben. Soz. B. wird bei der Destillation des Terpentinöls dasBurgunder, und Geigenharz oder Kolophonium ge-wonnen, welches aus Frankreich, Holland, aus demSchwarzwalde, aus Thüringen rc. in den Handel ge-bracht wird.
Der Holzhandel ist für diejenigen Staaten, diereich an großen Waldungen sind, und daher viel Holzjährlich schlagen lassen, von Wichtigkeit, besondersder Handel mit Schifföbauholz, Bauholz, Brettern,Dielen, Spurren rc. Dieser Handel wird aus Riga,Danzig, Schweden, Schlesien, Thüringen, dem Harze,Schwarzwalde und den mit der Elbe in Verbindungstehenden Theile Böhmens rc. nach Stettin, Ham-burg, Bremen, Holland, England, Frankreich undSpanien geführt. Das Verfahren mit den Rhein-stößen bei diesem Handei ist Folgendes: Ein Neckar-floß darf nicht über 93lf Fuß Länge haben, und ent-hält 138 Stämme verschiedener Art, eine AnzahlSparren und eine sogenannte Oblast von IllOO StückBrettern, 1000 Stück Latten, 50 Dreilingen, 50Zweilingen und 100 Rahmschenkeln. In Mannheim,wo der Neckar in den Rhein fällt, werben diese Flößean den Holländer Holzhändler vom Niederrheinübergeben, welcher hier mit dem Eigenthume zugleichdas Risiko von Allem übernimmt. Die wichtigenHolländischen Holzhändler auf dem Rheine sind ausSaargemünd, Frankfurt, Trier und Rotterdam, diesämmtlich den Einkauf durch gemeinschaftliche Fakto.ren besorgen und dann das erkaufte Holz unter sichtheilen, auch mehrere Faktore in anderen Gegendenam Rhein, auf dem Schwarzwalde rc. halten, undWaldmeisterknechte angestellt haben, die mit diesenden Einkauf besorgen, wozu sie immer Holzhauer vongeübtem Auge und langer Erfahrung wählen, die im