308 Staatswirthschast.
gepackt. Die Brandheringe sind von den Voll»Heringen nur wenig zu unterscheiden, sie werden nurspäter gefangen, und sind so dicht gepackt, daß mansie nicht umzulegen braucht. Die gute oder schlechteBeschaffenheit dieser Waare erkennt man daran, daßsie inwendig im Fleische entweder schön weiß oderröthlich aussieht; im ersten Falle ist der Heringfrisch oder neu, im andern aber a l t und schlecht.Der gute Hering muß auch einen breiten, fetten undfleischigen Rücken haben, und mürbe und süß vonGeschmack seyn. Die Emdner Heringe werden denHolländischen fast gleich geschaht. Ferner kommen inden Deutschen Handel auch noch fette oder Ber-get, Drontheimer, Aalburger, Alkonaer,Schwedische, Schottische und IrländischeHeringe. Die Schottischen sind unter allen He.ringen die größten, allein ihr Fleisch ist trocken, undihr Geschmack nichts weniger als angenehm oder fein.Man bezieht alle diese Heringe von Hamburg, Lübeck,Bremen, Alcona,Emden rc. Die Engländische Waarekommt zwar auch über Hamburg nach Deutschland,allein sie ist weniger geschäht, als die Holländi-sche, und findet daher keinen so großen Absah.
Die Bücklinge oder geräucherten Heringekommen yon Hamburg oder aus dem Meklenburgi-schen, Holsteinischen, aus Pommern rc., wo sie geräu-chert werden: eben daher kommen auch die Brathe,ringe, besonders aus Pommern. Die einmari-nirten Heringe werden in den großen Städtengrößtentheils eingemacht, sind also kein besondererHandelsartikel sn §ros, werden aber doch sehr gesucht,und geben daher für den Klein- oder Detailhandel kei-nen unwichtigen Handelszweig ab. Unter den geräu-cherten Heringen oder Bücklingen zeichnen sich beson-ders die Kieler Bücklinge, Speckbücklinge,aus, wozu man gute Fettheringe nimmt, daher