Staatswirthschaft. 349
Staats befindenden Fabriken, deren Absatz sich nichtbloß auf die Monarchie beschränkt, sondern auch da«rüber hinausgeht, besonders nach der Türkey, wohin sichauch der Handel mit Porzellan u. Fayence erstreckt.—Schmelzciegel, außer den Plakinatiegeln, welcheam besten aus England und Paris bezogen werden,aber auch jetzt in Wien, Berlin und an andern Ortenvorkommen, kommen als eine vorzügliche Waare dieserArt in Deutschland vor: die Hessischen Groß- undKlein.-Allmeroder Tiegel, dann dieJpser-Hafnerszeller-Tiegel aus Graphit, welche man in Sortimenten vonverschiedener Größe nach den Nummern erhalt. DieLetzteren, die Hafnerszeller Tiegel,welche in HafncrSzell,eine Meile von Passau, gemacht werben, sind beson-ders wegen ihrer Güte und Dauer im Rufe, und ge-hen unter dem Namen der Passauer Tiegel nichtnur in alle Gegenden Deutschlands, sondern auchinS Ausland. Ferner kommen auch noch die Waldcn-burger Tiegel im Handel vor, welche Satzweise, diefür die Rothgießer aber Stückweise eingehandelt wer-den. Die eisernen Tiegel, welche in großen Gieße-reyen, Schmelzhütten und Münzhäusern gebrauchtund aus gutem, geschmiedetem und geschlagenem Ei-sen in der Größe wie kleine Eymer gemacht werden,kommen in den Eifenwerkstätten vor. Mit Töpfer-waaren wird überall in Deutschland Handel im Klei-nen auf den Jahrmärkten getrieben. Besonders findin Preußen wegen ihrer Dauerhaftigkeit und Härtedie Bunzlauer Gefäße aus Niederschießen beliebt,welche von brauner Glasur in Thee- und Kaffee-geschirren, in Buttertöpfen oder Büchsen rc. rc. be-stehen. Sie werden in großer Menge in Bunzlauverfertiget und gehen überall hin, auch inS Ausland.— Glaswaaren liefern in den Handel vorzüglichDeutschland, England und Frankreich. Die Englän-dischen und Französischen Glaöwaaren waren lange