L64 Staatswirthschaft.
durch die vielen Kompositionsartikel, wie oben ange«führt worden, theils durch den immer höher gestiegernen Werth des baaren Geldes in Vergleichung desgesunkenen Werthes der Luxus- und anderer Waaren,im Absätze sehr verloren; denn die meisten Haushal-tungen begnügen sich jetzt mit dem Scheinsilber, denKompositionsgerathen, und kaufen höchstens nur Kaffee,und Theelöffel von Silber, weil diese am meisten pa-räderen müssen, bei den andern reicht man mit jenenvon Neusilber rc. aus. Die Gold- und Silberwaarensind daher nicht mehr so gesuchte Handelsartikel, wieehemals, wo fast ein jeder, selbst der schlichteste Hand«Werksmann, einen Werth darein setzte, irgend einenGegenstand in seiner Bekleidung von Silber zu tra-gen, als Knöpfe am Rocke, Schnallen, Uhrketten,Stockknöpfe rc. rc. Alles dieses ist geschwunden undMit ihm auch der Absatz dieser Waare; daher habenauch viele Gold. und Silberhandler in den großenStädten ihr Geschäft aufgegeben, weil sich das in denWaaren steckende Kapital schlecht verzinset. Auch ha-ben die Gold- und Silberwaaren den jetzigen schönlackirten und mit trefflichen Malereien rc. ausgestat-teten Blech-, Papier-Machee-rc. Waaren, der Wohl«feilheit des Porzellans, den schön geschliffenen GlaS-waaren, als Fruchtkörbchen, Zuckerschalen, Milch- undTheekannen rc. in den schönsten antiken Formen, Platzmachen müssen, da alle diese Gegenstände ein schönesäußeres Gewand, eine das Auge bestechende Verzie-rung zur Schau tragen, wenn gleich der innere Werthfehlt, um auch nach aller Abnutzung, nach dem Schwin-den des Glanzes und der Schönheit noch etwas zugelten. Da aber der Werth der meisten Sachen nurin der Einbildung beruhet, die man sich davon macht,so möchten allerdings diejenigen Waaren am meistenAbsatz finden, die dieser schmeicheln, und dieses berück-sichtiget man besonders m der jetzigen Zeit, wo dereigentliche wahre Werth eines Gegenstandes wenig in