Staatswirthschaft. 623
den es jetzt mehr als je bedurfte, weil seine VorrätheAlles überstiegen, um durch deren Absaß seinen Fabri-kcn und Manufakturen wieder Beschäftigung zu ge-ben, die entlassenen Arbeiter, die dem Staate zur Lastlagen, wieder in Thätigkeit zu setzen. Er ward fernergenöthiget, den Preis seiner Waaren bedeutend herab-zusetzen, um so schneller Käufer zu finden. AuchSchlesien, welches einen bedeutenden Handel nach demAuslande, auch nach Amerika trieb, hatte durch dieContinentalsperre, und dann durch die Einführung derMaschinen und der Gewerbefreiheit einen Theil seinerThätigkeit und seines auswärtigen Absatzes eingebüßt;denn auch ihm stellten sich Concurrenten entgegen,welche die Kriege und die Sperre hervorgebracht hat-ten. Kurz, eS war kein Staat von denen, die in dieverflossenen großen Weltbegebenheiten mit hineinge-zogen wurden, dessen Handelöverhältnisse sich nichtmehr oder weniger geändert haben sollten, und diedann wieder ihre Rückwirkung auf Fabriken und Ma-nufakturen äusserten.
Was nun bei den Manufaktur- und Schnitt,waarenhandel zuerst hervortritt, ist das Linnenoder die Lein wand, welche eine Menge Sorten hak,die alle im Handel vorkommen, und von denen die einemehr, die andere weniger gesucht wird. In Deutsch-land liefern Preußen, Oesterreich, Sachsen, Würtem-berg, Hessen, Hannoverrc. viel Leinwand in den Handel.Besonders liefern in Preußen die Provinzen Schle-sien, Westphalen und Sachsen viel Leinwand in densel-den. In ersterer Provinz, besonders Breslau, Hirsch-berg, Schmiedeberg, Glatz, Schweidnitz, Landshut,Waldenburg, Greifenberg, Mittelwalde, Wüstwal-tersdorf, Lewin rc. rc. Hirschberg liefert Stücke von6 bis zu 70 Rthlr. Die Leinwandmanufaktur inSchmiedeberg liefert Tischgedecke zu 200 Gulden anWerth. Von den feinen und mittleren Sorten der