6L6 Staatswirthschast.
Leinwandhandel Bayerns nicht mit dem der übrigengenannten Staaten messen, die wegen dieses Handeleim Rufe sind. Die Schweiz hat zwar hin und wie-der nicht unbedeutende Leinwandmanufakturen, beson-ders in den Kantonen Thurgau, St. Gallen, Appenzcl!u. Bern; allein um ihren Linnenhandel nach Italien,Frankreich und Spanien mehr Ausdehnung zu geben,ließ sie noch eine Menge (viele tausend Stücke) Schle-sischer, Böhmischer, Sächsischer und Würcembergi-scher Leinwand im rohen Zustande kommen, richtetesie nach eigner Art zu, und verschickte sie unter demNamen der Schweizerleinwand nach den angeführtenStaaten; allein auch dieses hat sich in neuester Zeitgeändert; denn auch die Schweiz hat diesen Industrie-zweig mehr auszubilden gesucht. Holland war langeZeit in diesem Industriezweige berühmt, und brachiedie vorzüglichsten Sorten Leinwand in den Handel,nicht bloß aus eigener Manufaktur, sondern auchaus fremder, besonders aus den Deutschen und Bel-gischen Manufakturen, wozu besonders aus ErsterenSchlesien, Mähren, Böhmen, Westphalen, Hannoverund Hessen dazu beitrugen, indem es die Linnen dieserLänder sehr schön bleichte und appremre, und siedann unter dem Namen desHolländischenManusakiSwieder ausführte. Die schönsten und besten Linnenliefert Friesland, Geldern und Overyssel. Der aus-gedehnte Handel mit diesem Manufakte in Holland,hat sich aber auch in neuester Zeit verloren, da besondersdurch die Erweiterung der Chemie auch in Deutsch-land die Leinwand sehr gut gebleicht und appretirt wird,hauptsächlich in der Preußischen Provinz Westphalen,auch in der Provinz Schlesien, durch die Chlorbleicheund andere Bleich, und Zubereimngsmethoden. Diesogenannte Holländische Waare kommt im Handelin sechs, oder siebenvierkel breiten Stücken von 52^ bis 55 Brabanter Ellen vor. In Belgien liefert die