653
Staatswirthschaft.
Deutschen Markt; allein sie finden den Absaß nichtmehr wie früher, indem die Deutschen jetzt auch denWerth ihrer Fabrikate und Manufakten haben schätzenlernen, die oft mehr Anerkennung im Auslande fan-den, als im eigenen, ohne jedoch den Werth der frem-den Fabrikate und Manufakten und die Vorzüge, wosie sich hier und da finden, zu verkennen. Auch ist dieAnerkennung des Werthes der eigenen Fabrikation beidem freien Handel und der Gewerbefreiheit jetzt umso nöthiger, weil sonst die eigenen Fabriken und Ma-nufakturen leiden würden. UebrigenS find die Fran-zösischen Tücher und Wollenwaaren zu einem bewun-derungswürdigen Grade der Vollkommenheit gestiegen,und machen jetzt, außer den Seidenwaaren, einen derwichtigsten Zweige des Manufakcurwesens in Frank-reich aus. Die beschäftigst-« Manufakturen sind dievon Louviers, Sedan, Elboeuf und Abbeville, die ihreTücher und Wollenwaaren in alle Gegenden Frank-reichs schicken und darüber hinaus. Die Kasimirsaus den Manufakturen Sedans sollen den Engländi-scheu ganz gleich kommen und mit ihnen Concurrenzhalten, da sie sonst die Französischen weit übertrafen.Der innere Verkehr des Wollenwaaren-Handels istjetzt sehr groß, welches einen Beweis der Liebe desFranzosen zu allem Vaterländischen giebt, wodurch erseinen gewiß sehr zu ehrenden Nationalsinn beweiset.Auf der Messe von Beaucaire (eine der größten inFrankreich, wo ein Waarenumsatz von 40 Mill. Fr.gemacht wird) betragen die Tuchlager immer zwischen15 bis20,000 Stück, die aus den Fabrikendes Reichsdahin gebracht werden, und guten Absatz zu annehm-lichen Preisen finden, ohne den Absatz der Tücher aufden übrigen Messen, wie zu PezenaS, Falaise, Fon-tenai le Comte rc. hier weiter zu berühren. Zur Zeitder Continentalsperre hatten sich die Tuchmanufaktu-ren Frankreichs sehr erhoben und vermehrt; denn um