66V Staatswirthschaft.
schnitt jährlich in der letzten Hälsteder1820r Jahre ge.liefert hat, auf 18,000,000 Psd. Strl. Doch scheinenin den Angaben wohl einige Irrthümer obzuwalten,die sich freilich schwer berichtigen lassen. Daß dieEngländischen Wollenwaaren einen besonders schönenGlanz zeigen, rührt von ihren Preßspänen und Glätt-Maschinen (Calandce oder Conroy) her, welchen sie diehöchste Vollkommenheit zu geben gesucht haben, umdadurch die schön appretirten Französischen Waarendieser Art, besonders dir Tücher wieder zu übertreffen.Alle diese Mittel sind auch längst bei uns in Deutsch-land bekannt, und werden mit eben den Vortheilenangewendet; auch werden bei uns, namentlich inPreußen, die Preßspäne, den Engländischen gleich,nachgemacht. Obgleich die Engländischen Tücher ei-nen schönen Glanz besitzen, so sollen sie sich doch nichtso weich und fein anfühlen lassen, als die Holländischen,weil sie derber geschlagen sind. Die Engländer ver-senden ihre Tuchwaaren selbst, entweder auf Bcstcl-lung, oder sie geben solche in Kommission, und unter-halten auf den vornehmsten Handelsplätzen, besonderszu Amsterdam, Rotterdam, Hamburg rc. große, gutassortirle Lager; auch von ihren übrigen Wollen-waaren; auch in andern Städten unterhalten sie der-gleichen Lager von ihren Waaren. Die in denHandel kommenden Spanischen Tücher, von denenes feine und mittelfeine giebt, aus den Manufak-turen zu Segovia, Guadalaxara, Cuenca, Bar-zellona, Brihuega und Avila, gingen größkenkheilsnach Italien, auch nach anderen Ländern Europas,und dann nach ihren Kolonien; da sie aber jetztdie meisten von ihren Amerikanischen Kolonien verlo-ren haben, und auch der Bürgerkrieg im Innern jedesFortschreiten in der Industrie hemmc, auch ihreSchafe, die Merinos, sich seit der Invasion derFrä»zosen in großer Zahl durch Frankreich in dem