662 Staatswlrthschaft.
im Jahre 1811 so feine Tücher, Shawls und Kasi,mirs lieferten, welche in der Güte so ausgezeichnet ge-arbeitet waren, daß sie nach dem Urtheile der Ken-ner den besten ausländischen Erzeugnissen dieser Artan die Seite gesetzt werden konnten. Rußland hatnach dem Kriege 1815 diesem Zweige der Staats,wirthschaft seine besondere Aufmerksamkeit gewid-met, und Alles gethan, um ihn zu erheben; denn nichtnur wurden alle fremde Waaren dieser Art sehr hochbesteuert, damit ihre Concurrenz den eigenen Manu-fakten nicht schaden und die Manufakturen am Em-porkommen hindern sollte, und dann wurde im Jahre1823 zu Moskwa eine Lehranstalt zur unenkgeldlichenBildung von 450 Werkmeistern zur Bereitung derfeinen Tücher auf sechs Jahre angelegt. Es fehlteRußland nicht an Wollenzeug- und Tuchmanufaktu-ren, deren Anzahl schon früher beträchtlich war ; alleinsie lieferten meist nur grobe Waaren für dos Inland,besonders für die linkeren Klassen des Volks, wofürkein Geld nach dem Auslande ging; allein die Einfuhrfeiner Tücher für die vornehmen und begüterten Klas-sen des Volks war desto ansehnlicher, da die Manu-fakturen zu Jekatarinoslaw, Sophia und Narwa,worin feine Tücher und wollene Zeuge verfertiget wer-ben, bei weitem nicht den Bedarf befriedigen konnten.Indessen war doch der Grund dazu gelegt, selbst eineArt Gobelin-Manufakturen gab es zu Petersburg undPensa, und auf diesem Grunde haben sich jetzt dieWollenzeug-Manufakturen erhoben, so baß sie ei-nen sehr bedeutenden Gegenstand der Russischen In-dustrie abgeben. Schon gleich nach dem Kriege 1815betrug die Anzahl der Tuchfabriken 181, und seit die-ser Zeit haben sie sich bedeutend vermehrt. — DieWollenzeug, und Tuchmanufakturen Dänemarkssind die wichtigsten unter den Manufakturen diesesLandes, schon darum wichtig, weil dazu die einheimische