692 Staatswirthschaft.
sogenannten kurzen Waaren vieler Gewerbtreibendenin den Handel. Von den Waaren des Quincaillistensind zwar die meisten auch der Mode unterworfen;allein sie haben doch eine längere Dauer, als dieWaa-ren des Galanreriehändlers, die oft kaum einen Som-mer oder Winter überleben. Der Quincailleriehandclhat daher einen weit festeren Grund, als der Galanke-riehandel, und mehr Aushülsen, als dieser, der der ver<änderlichen Mode mit den meisten seiner Artikel ganzunterworfen ist, und dicserhalb auch den Augenblickbenutzen muß, wo sie ihm lächelt; geschieht diesesnicht, so muß er oft ihren Wankelmuth theuer bezah-len, indem ihm eine Menge Waaren zurückbleiben,die er dann weit unter dem kostenden Preise verkaufenmuß, besonders bei Putzwaaren, die, je länger sie lie-gen, immer mehr verlieren, weil sie keinen reelen Werthhaben, da sie nur aus Fragmenten geschaffen worden.
Der Galanterie, und Putzwaaren.Han-del beschäftiget auch viele Menschen, jedoch ist LieseBeschäftigung bei mehreren Gewerben wegen desschnellen Wechsels der Mode nur momentan, reichtsie nicht auf eine längere Zeit, als die Mode währt,aus. In dem Galanteriehandel kommen folgendeWaaren vor: Colliers oder Halsbänder, HalSge-schmeide von Gold und dem Golde ähnlichen Kompo-sitionen, mit ächten und unächten Steinen, Medaillons,Kreuzen rc.; dann von Perlen, Granaten, Bersiein,Gußeisen rc.; Armbänder von denselben Materien,Ohrgehänge von Gold, Semid'or rc. mit Steinen undandern Fassungen; Ringe von verschiedenem Werthe,mit ächten u. falschen Edelsteinen, wie z. B. die Glas-flüsse, eine täuschende Nachahmung der Edelsteine.So z.B. unterscheidet sich die Turnauer Kompositionvom ächten Steine bloß durch die mindere Härte, unddaß sie im Gebrauche die Faßettirung bald verliert,sich granirt oder blind wird; allein in der Farbe und