706 StaatSwirthschaft.
Frankreich, England, Italien rc.z denn was von demAuslande nach Deutschland an Schriften kommt, fin-det nur Vertrieb bei einigen Buchhändlern; auch habendie fremden Buchhändler ihre Kommissionaire zuLeip-zig, die alle Geschäftsangelegenheiten besorgen. Einensehr wichtigen Vortheil hak dieses allerdings für denStaat, indem das Geld nicht für Bücher dem Aus-lande zugeführt wird; denn was im Auslande Wichti-ges erscheint, wird überseht, und so dem DeutschenWissenschafter und Leser in die Hände geliefert; sogewinnt der Deutsche Buchhandel, der sonst verlierenwürbe, da es viele Liebhaber der fremden Lektüre giebt,und diese sich auf die Leihbibliotheken der Werke in frem-den Sprachen beschränken können, wenn sie sich mitder schönen Literatur Frankreichs, Englands rc. bekanntmachen wollen. Wissenschaftliche Werke werden über-seht und kommen als Uebersehung früh genug in denDeutschen Buchhandel, um nichts zu verlieren, nichtnach zu bleiben. Die meisten Werke, die uns früherin fremder Sprache zukamen, lieferten Paris, StraS-burg, Holland und London. Die Holländer liefertendie meisten Französischen Werke in besondern Ausga-ben, und billiger, wie die Pariser Originalausgaben,auch mit Kupfern ausgestattet. Einige der DeutschenBuchhändler hatten daher einen Hauptverkehr mitAmsterdam und dem Haag, in welchen Städten diemeisten Werke berühmter Französischer Schriftstellererschienen; allein seht bezieht man sie direkt von Pa-ris und London durch die Kommissionaire dieser Na-tionen in Leipzig. Wie oben schon bemerkt worden,ist der Debit dieser fremden Bücher nicht sehr bedeu-tend und beschränkt sich auch hauptsächlich nur auf diegroßen Hauptstädte Deutschlands, weil hier die meistenLiebhaber der Französischen und Engländischen Litera-tur angetroffen werden; allein nicht bloß Französischeund Eugländische Bücher, sondern auch Italienische,