Staaswirlhschaft. 731
oder Reichsstände, überhaupt nach der politischen Kri-sis, in welcher sich der Staat befindet oder woreiner kommen kann.—Wenn die Erfindung des Wech-sels höchst sinnreich genannt werden kann, so hat manauch auf eine eben so sinnreiche Weise diese nützlicheErfindung gemißbraucht, und mißbraucht sie auchnoch durch diesogenannteWechselreiterey, welchedie Jsraeliten in Hamburg wohl nicht unpassend denSchwindel nennen, das ist, daß Kaufleute in Zei-ten der Noch durch das Trassren auf Andere sich Geldzu verschaffen, ober die Bezahlung ihrer Schulden aufzu schieben suchen; allein sie beschleunigen dadurch ih-ren Untergang und ziehen Andere mit inSUnglück.—Wichtig für den Handel sind nun noch die invielen Staaten errichteten Banken, von denen esGiro- und Zelte lbanken giebt. Das Wesender Girobank besteht darin: daß Kaufleute Geld-summen unter Aussicht der Regierung darin nie-derlegen können, worüber Buch und Rechnung ge-führt wirb, das heißt, jeder Kaufmann, der Geld in derBank niederlegt, wird Kreditor derselben, und erhältim Bankbuche eine ihm zugewiesene Seite, worauf seineEinlage notirt wird. Das Zahlen eines Kaufmanns anden Andern geschieht nur durch Übertragung in denBankbüchern, daö heißt, durchs Ab- und Zuschreiben.Damit nun ein Jeder, der der Bank Geld übergeben hak,weiß, wie er mit derselben steht, muß er für sich einBankobuch halten, und darin alle ihm zu- und abge.schriebenen Gelder genau verzeichnen. Bei den mei-sten Banken ist eingeführt worden, daß wenn Jemandein Bankoconto eröffnet, etwas dem Kreditor, zumVortheile der Bank, in Debet abgeschrieben wird;auch wird gewöhnlich für dos Ab- und Zuschreibenfür jeden Posten etwas Gewisses, welches Parthei-geld genannt wird, der Bank zu gute geschrieben.Die Girobanken haben zu ihrem Fondö ein besseres