Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tieger. 1L

kehrt aber sogleich wieder, und seht ihre Verfolgung solange fort, bis ihn die Thore der Städte oder seineSchiffe sichern. Wenn sie alleHoffmmg aufgeben muß,wieder zu ihren Jungen zu gelangen, so äußert sie ihrenSchmerz in einem entsetzlichen Geheule, welches noch inder Ferne erschrecken soll. — Die Jagd auf den Tiegerist mit Pferden immer mit großer Gefahr verbunden;denn diese Thiere haben eine solche Furcht vor dem Tic.ger, daß sie sich fast niemals bewegen lassen, ihm Standzu halten. Der Elephant dagegen, obgleich ihn der An-blick des Tiegers sehr beunruhiget, ist eher zum Stehenzu bringen, während sein Reiter dem verderblichenSprunge des Unlhiers durch einen Schuß zuvorkommt,der dasselbe zu Boden streckt. Daher macht man auchJagd auf Tieger in Ostindien nur mit Elephanten.Indessen soll ein Deutscher, Namens Paul, welchereine starke Muskelkraft besitzt, auf der Insel Cossimbu-zar an einem Tage fünf Tieger mit seiner Flinte erlegthaben, indem er beim Anlegen auf einen Tieger niefehlte. Die Ostindische Kompagnie zahlte früher fürjeden Tieger, der innerhalb ihrer Besitzung getödtetwurde, eine Belohnung von 10 Rupien (ungefähr 20Schillinge). — Liegerarten giebt es nur Einige, undauch diese scheinen vielleicht nur Abarten zu seyn. DerKönigstieger ist von dem ächten oder wahren Tiegernicht verschieden. Man setzt diese Benennung in dieGröße und Gedchntheit seiner Gestalt und in die Schön-heit seines Felles. Die Gesandten, welche dem KaiserAugustus während seines Aufenthalts zuSamos denersten Tieger schenkten, waren Indianer, und so ließauch aus Indien der Kaiser Hcliogabalus die Tie.ger kommen, die er vor seinen Wagen spannen wollte,um den Daechus vorzustellen. Der Hauptaufcnthaltdes Tiegers ist daher Ostindien, überhaupt sind es die-jenigeu Länder und Gegenden, die oben, S. 1, äuge-führt worden. Eine kleinere Art kommt inPersien vor.