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Tinktur.
chemische Bereitung, die darin besteht, daß man nichtbloß vermittelst des Spiritus oder Branntweins, so„>dern auch durch andere Auflösungsmittcl, wozu auch dasWasser gehört, die leicht auflöSlichen und wirksamenTheile aus einer Substanz herauszieht. In der Ap o-thckcrkunst versteht man unter Tinktur, Essenzund Elixir ein flüssiges Arzneymittel, welches die wirk-samen Theile derjenigen Körper, worüber es gegossenworden ist, ausgezogen hat. Die Alten machten folgen-den Unterschied zwischen einerTinktur, einer Essen; undeinem Elixire. Tinkturslincturs) nannten sie, wenndurch ein Auflösungsmittel die leicht auflöslichen undleicht zu entwickelnden wirksamen Theile einer Substanzausgezogen worden, und die Auflösung eine sehr helleund durchsichtige Farbe hatte; dagegen nannten sie eineEssenz (Dentin'), wo allewirksamen Theile, siemoch-ten schwer oder leicht zu entwickeln seyn, ausgezogen wur-den. Eine Essenz hat also die ganze Kraft einer Sub-stanz in sich, die Tinktur nur einige wirksamen Theileeiner Substanz, und ein Elixir (klixir) nannten siediejenige Substanz oder Essenz, die eine sehr dunkle,beinahe schwarze Farbe hatte, und aus vielen Sub-stanzen zugleich ausgezogen wurde. Don diesen unter-schieden sie noch die damals so berühmten Quint-essenzen (Hnintao e88entiu6), von denen man vor-gab, daß sie alle Kräfte und Tugenden der Substan-zen auf's Reinste und Vollkommenste enthielten. — Wirdnur eine einzige Substanz dem Auflösungsmittel zuge-setzt, so nennt man das Produkt eine einfache Tink-tur (linotura 8. L88evt!a 8implex), werden dazuaber mehrere erfordert, so nennt man solche eine zusam-mengesetzte Tinktur oder Essenz (Hieturu s.e«mpo8ita). Bei den einfachen Tinkturen wird nur er-fordert, daß man die dazu vorgeschriebenen Substanzennach ihrer Beschaffenheit, das heißt, wenn es Hölzer,Samen, Blüten oder Blumen, Früchte, Mineralien rc.