Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tinte.

Jeremias mit Tinte in das Buch geschrieben habe.Hier ist zwarvon TintedieRede, aberdicseTinteist nichtdie unsrige, nicht diese künstliche chemische Zusammen-setzung; sie bestand wahrscheinlich nur auS Kohle, oderOfenruß. Auch die Tinte der Griechen und Römerwar von verschiedener Art; man schrieb aber gewöhn-lich mit der schwarzen Tinte, und daher hieß sie Alelan.^tramontum. Dioscorides. Plinius, Ditruvund Jsidor haben verschiedene Zubereitungen derselbenaufgezeichnet, die mit unserer gewöhnlichen Tinte wenigGemeinschaft haben. Die Tinte der alten Hebräer be-schreibt Jak. Quandt: äe ^Irumonto Lbraoormu(keKwm. 1713 in 4.), und man findet eine Menge al-ter Tintenrezepte im 6snvj)uriu8 ele^trnm. eu)u8oune>uo§eneri8 (I^vnst. 1660, kotterü. 1718). Nicht alleinaus Kohlen, Ofenruß rc. bereitete man die Tinte, son-dern auch aus einer Art von eingekochtem Weine oder röth-lichem Moore, welchen man Sapa nannte. Späterhinbereitete man sie aus MaulbeersastfJoachimsDeut-sche Diplomatik, Hauptst. 4.). Die Bereitung desRußes aus Weihrauch und Pech erwähnt Divsco ri-tz es (cle ro ineäieu, I^ib. I., eaj>. 73 und 80), sowie die Bereitung des feinen Harz- oder Oelrußcs Vi-truv (äs ^.rebit., l-ib. 7, «up. 10). Auch aus derschwarzen Farbentinktur, welche der Tintenfischin einer Blase enthält, verfertigte man eine schwarzeTinte, welche aber bei den Griechen und Römern nichtim Gebrauche war. DieChinesen machen ihre schwarzeTinte aus Lampenruß, welchen man durch die Verbren-nung verschiedener Materien erhält, hauptsächlich vonFichtenholz und Oel. Aus dieser verdickten Flüssigkeitbilden sie eine Art vonTeig, und drücken ihn in hölzernemit Hieroglyphen und Inschriften versehene Formenvon verschiedener Gestalt, als von eckiger, ovalrunderund flacher. Diese getrocknete Tinte führt den NamenTusche, ihre Zubereitung wird unter Tusche vorkom-