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Tinte.
Nach dem heiligen Hieronymus werden die Häutezum Schreiben (das Pergament) mit Purpurfarbe ge-färbt, die Buchstaben mit flüssigem Golde'). Man fin.dct die Goldkintcn häufiger in Handschriften, als aufDiplomen, doch sind diese auch so geschrieben vorhanden ;denn in Corvey, Gandershcim. Paderbvrn. Stablo rc.findet man ächte Proben davon, die auch noch Englandauszuweisen hat, obgleich Muratori (-lrotiq. Italic.1°. IH. 33, 31) sie alle verdächtig hält. Die silber.nen Dintcn sollen zu Urkunden nicht gebraucht wordenseyn. — Aus dem, was oben über die schwarze Tinteangeführt worden, geht nun zwar hervor, daß diese Tintevon der ältesten Zeit her bekannt, und unter allen Timten die gewöhnlichste Schreibefarbe war, allein die Al-ten machten sie nicht, wie schon oben bemerkt worden,auf dem chemischen Wege aus Galläpfeln, schwefelsau-rem Eisen (Vitriol) und Gummi, sondern aus Ruß,den sie in eine Art Tusche verwandelten, welche Tintebis ins neunte, nach Andern bis ins zehnte Jahrhun-dert gebräuchlich war. Plinius und Ditruv erwäh-nen der Zusammensetzung derTinte aus Ruß oder kam-pcnschwarz und Gummi, und Dioskorides (6e mo-äiciaali hlateria I.ib. V. v. 96) gedenkt der Berei-tung der Tinte, als Tusche, unter dem Namen ^etra-montam librarium. — Die Zeit. der Erfindung un-serer Schreibetinte, wie wir sie jetzt noch gebrauchen, istunbekannt, eben so der Erfinder; indessen erhellt ausdenDersuchen, welche Blagden mitHandschriften ausdem neunten bis zum fünfzehnten Jahrhunderte ange-stellt hat, daß man damals eine der unsrigcn ähnlicheTinte gebraucht hat, wie aus dem k!>Ho8o>,Ii. 3'rans.1787, und Crclls chemischen Annalen 1788, Dd. 1,zu sehen ist. So viel scheint gewiß zu seyn, daß ihre Er-sindung in den Klöstern gemacht worden, da sich auch
*) lokciuntur memliranils eotoio purpureo, aurum liqneskitin litterss.