Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tinte.

die Mönche mit dem Abschreiben von Manuskripten ab-gaben, und sich auch zugleich mit der Chemie und Arz.ncykunde beschäftigten; und sind die Versuche Bl ag-il ens richtig, daß er nämlich diese Tinte in den Hand-schristen vom neunten Jahrhunderte an entdeckt habenwill, so kann man ihre Erfindung so hoch hinauf setzen;aus dem dreizehnten und vierzehnten Jahrhunderte willman es gewiß wissen, indem man den zu stark gebrauch-ten Vitriol als Zusatz zur Tinte in einigen Manuscrip-ten aus jener Zeit an dem Gelbwerdcn der Tinte er-kennt, und so auch an andern Merkmalen; allein dieTinte aus Ofenruß wurde auch noch verfertiget, z. B.in Böhmen. In dem genannten Lande war das Tinten-kochen, als die Schreibekunst unter König Wenzeldem Faulen im Jahre 1400 stark im Schwange war,ein förmliches Gewerbe mit Meistern, Gesellen undLehrlingen. Auf diesen Geschäftszweig legten sich da-mals diejenigen Leute, welche bei den Arzneykochern alsGehülfen gestanden hatten; sie bereiteten aber die ver-schiedenen Tinten aus Most von Wein und Obst, ausMaulbeersast, Hohlunderbceren rc. mit fein gebranntemOfenruß. Die schöne Schwärze, welche sie durch dasDestilliren dieser Ingredienzien hervorzubringen vermoch-ten, machte, daß sie nach dem Auslande verlangt, undauch dahin in starken oder großen Quantitäten versandtwurde, wie es noch die Schiffsregister des Elbfluffcsbeweisen, wo es nur wenigeLadungen im Monate giebt,wo nicht mehrere Fässer, mit schwarzer und rother Tintegefüllt, sich dabei befanden. Die Sucht zu schreiben inBöhmen, machte auch, daß man auf eine farbige Luxus-schrift verfiel, und so legten sich auch die Tintenkocherauf die Bereitung der farbigen Tinten. Da nun dieseTinten überall hin verschickt wurden, so ist es demnachzweifelhaft, ob die Tinte in den von Blagden unter-suchten Handschriften aus Galläpfeln und schwefelsau-rem Eisen bereitet worden, und nicht eine Kochung von