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Tinte.
Ofenruß und Wein rc. ist, überhaupt ein BöhmischesProdukt, da auch hier eine Verzeihung Statt findenkann, wenn die Tinte entweder nicht gut bereitet wor.den, oder die Handschrift an einem feuchten Orte gele.gen hat. Es ist hier also kein sicherer Beweis vorhan-den, daß die untersuchte Tinte in alten Dokumenten ausdem neunten bis fünfzehnten Jahrhunderte unsere jetzigeTinte sey; denn selbst die Tinte der alten Römer, dieaus Kohlenstaube mit einem Zusätze von Gummi undLeim, in Essig zerlassen, angemacht wurde, war schönund dauerhaft, wie solches die in den auSgegrabenenStädten Herkulanum undPompejiaufgefundenenHand-schristen bewiesen hoben; nur besitzt diese Tinte den Nach-theil, daß man die Schriftzüge sehr leicht abreiben kann,welches bei unserer Tinte nicht der Fall ist, die in dasPapier einzieht, sich also darin befestiget, und nur durchSäuren ausgetilgt werden kann. — Nach der schwar-zen Tinte war die rothe am meisten im Gebrauche, in-dessen findet man keine Handschriften damit geschrieben,sondern nur die Titel, die Anfangsbuchstaben der Bü-cher und Kapitel, die Aufschriften von dem Inhalte derKapitel, die auch daher Rubriken heißen, Randglossen,Noten rc. Man brauchte sie auch zur Unterlage beiden goldenen und silbernen Buchstaben, damit das Me-lall, wie Einige angeben, nicht das Pergament durch-fressen sollte, das heißt, die Säure, worin das Goldvielleicht aufgelöset worden. Man will die Spuren da-von in einigen Handschriften deutlich entdeckt haben, wodas Metall von einigen Buchstaben abgegangen undauf andern geblieben ist. Die dunkele rothe Farbe, dieman oftmals noch bemerkt, ist von rother Mennige undZinnober zurückgeblieben, die, wie schon oben angeführt,dem Golde untergesetzt worden. Es kommen auch grüneund gelbeBuchstaben vor, man hat aber nicht entdeckenkönnen, ob diese Buchstaben mit dergleichen Tinten ge-schrieben worden, oder ob die schwarze Tinte durch die