100
Tinte.
gleich gewahren, daß die Ränder schwarz werden, bisnach und nach das Ganze eine glänzende schwarze Farbeannimmt. — b) Ein weit geringeres Schwarz entstehtdagegen, wenn eine andere adstringirente Abkochung ei-nem gleichen Versuche unterworfen wird. — e) Ueber-gießt man metallisches Eisen in einem Gefäße mit einerAbkochung von Gallapfeln, so erfolgt eine wirklicheAuflösung mit Entwickelung von Waffcrstoffgas, unddaS Fluidum geht nach einigen Tagen in eine schwarzeTinte über. — ei) Behandelt man dagegen eine Abko-chung von einer andern adstringircnden Substanz aufeine gleiche Weise mit Eisen, so fällt ein gelbes Pulverzu Boden, ohne daß etwas Gasförmiges entwickeltwird. Wenn sich hieraus gleich ergiebt, daß die Gall-äpfel bei der Zubereitung der Tinte vor allen andernadstringirenden Substanzen den Vorzug haben, so darfauch nicht außer Acht gelassen werden, daß sie unter sichselbst sehr von einander abweichen, folglich auch nichtalle Arten mit gleichem Erfolge angewendet werden kön-nen. — v) Die besten Galläpfel sind die schwarzen, dieman aus Aleppo erhält. Dieser folgen in der Güte dieleichten weißen, die in Spanien und im südlichen Frank-reich gezogen werden; die schlechtesten sind die glattenleichten von gelber Farbe, welche unsere Eichen hervor-bringen. — i) Dieselbe Aufmerksamkeit verdienen dieEisensalze, die man, um Tinte zu erzeugen, mitdenGall-äpfcln in Verbindung seht. Gewöhnlich bedient man sichdes schwefelsauren Eisens oder Eisenvitriols; aber eskommt sehr darauf an, in welchem Zustande der Oxi-dation sich das Eisen darin befindet, ob mit einem Mi-nimum oder einem Maximum von Sauerstoff verbun-den. — x) Der grüne Eisenvitriol, welcher das Eisenim schwächsten Zustande der Oxidation enthält, wirddurch den Zutritt des Gallusaufguffes nur blau, undfärbt sich erst mit der Zeit schwarz; dagegen wird dasrothe schwefelsaure Eisen, welches das Eisen im Maxi-