Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
Seite
104
JPEG-Download
 

L64

Tinte.

fällt, und der Niederschlag schwimmt lange in der Flüs.sigkcit. Wenn gleich nicht behauptet werden kann, daßdurch das Kampecheholz die Farbe der Tinte verursachtwird, so kann doch nicht gelaugnet werden, daß dieselbedadurch mehr Intensität erhält, und nach dem Austrock-nen einen sehr schwarzen Strich erkennen läßt. Man*verfährt dabei am regelmäßigsten, wenn man gegen zweiTheile Galläpfelaufguß einen Theil Kampecheholzaufgußvon derselben Concentration in Anwendung setzt. Fer-ner gehört zu den NebenhülfSmitteln der Kupfervitriol,welcher immer die Eigenschaft besitzt, derTinte ein halt-bares Schwarz zu geben, und sie besser haftend auf demPapiere zu machen. Man darf aber nur höchstens denzehnten Theil so viel Kupfervitriol anwenden, als manGalläpfcl in der Tinte hat, weil die Tinte sonst leichtnach der Austrocknung eine graue Farbe annimmt. DerZucker, den man sehr häufig der Tinte zusetzt, giebt garkeinen günstigen Erfolg; denn er trägt nichts zur schwar-zen Farbe der Tinte bei, macht sie aber klebrig undschwer austrocknend. Ob man als flüssiges Mittel beider Tinte Wasser, Bier, Essig oder Wein anwendet,gilt gleich, doch verdient eine mit Wasser gemachte In-fusion vor ollen andern den Vorzug. Um eine sehr guteTinte zu erzeugen, kann man folgendes Mittel anwen-den: Man übergieße 1 Pfund schwarze Gallapfel imgrob gepulverten Zustande, nebst 16 Loth Kampechc-holz mit 20 Pfund reinem Wasser, und koche Alleszwei Stunden lang zusammen, während welcher Zeitdas etwa verdunstete Wasser durch Zugießen von neuemersetzt werden muß. Hierauf löset man 12 Loth rothkalzinirten Eisenvitriol, nebst 2 Loth Kupfervitriol, in4 Pfund Wasser auf, und gießt diese Auflösung zu derersteren Abkochung, Zuletzt setzt man dem Ganzen noch8 Loth Senegalisches Gummi, in einem Pfunde Was-ser aufgelöset, zu, rührt Alles wohl untereinander, undverwahrt die so bereitete Tinte zum Gebrauche auf.