118
Tinte.
theile, die Eisen- und Erdthcile des Vitriols, nebst denfärbenden und gummigen Theilen der Eichenrinde unddes Kampccheholzes schlagen sich als ein gemischtesPräcipitat nieder. Man gieße deshalb zur Auslaugungdes mit der Schwefelsäure vermischten alkalischen Sal-zes so viel reines Wasser hinzu, als das gewählte Was-ser enthalten kann, rührt es gut durcheinander, und läßtes zwei bis drei Tage ruhig stehen, und das Präcipitatpflegt sich während dieser Zeit zu setzen. Hierauf wirddas darüber stehcndeWaffcr, welches klar ist, abgezapft,als nutzlos weggegossen, und so viel frisches Wasser zu-geschüttet, daß das Faß bis auf noch einen Eymer ge-füllt ist, dann umgerührt. Zu dem zur gänzlichen Fül-lung des Fasses erforderlichen letzten Eymer Wasserswerden ^ Pfund in Wasser zerlassener Vitriol gethan,umgerührt, und in jenes große Faß geschüttet. Diesesletzte Verfahren ist deshalb nöthig, weil durch ein neuesPräcipitat des letzten Eisenvitriols das Niederschlagender Farbentheile aufs Neue befördert wird, welches sonstzum zweiten Male schwerer, als zum ersten Male vonStatten geht. Nach Verlauf von zwei Tagen hat sichdie Farbe von Neuem niedergesetzt. Man zapft nun dasoben stehende Wasser ab, und läßt es weglaufen. Dannlegt man einen, mit mittelmäßig feinem ungebleichtennassen Linnen schlaff bespannten hölzernen Rahmen soviel, als möglich, horizontal auf zwei hölzerne Docke,und gießt etwa einen Eymer voll von der Farbeubrühelangsam darauf. Anfangs läuft viele Farbe durch denNahmen, welche man auffangen muß, nachher läuft aberbloß klares Wasser hindurch, welches man als nutzloswegfließen läßt. .Nach und nach gießt man mehr Farben-brühe, so viel als der Rahmen fassen kann, darauf, undläßt das bloße Wasser hindurch tröpfeln. Nach zwei bisdrei Tagen liegt die Farbe verdickt auf dem Nahmen.Diese wird abgenommen, mit einigen Eymcrn Wasserstark gerührt, in das große Faß gethan, das Faß groß-