Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tinte.

dann gieße man zu dem sich gesammelten Ruße ein we-nig in Wasser aufgelöseten feinen Zucker, mische es un-ter einander, und man erhält eine gute schwarze Tinte,mit der man schreiben kaun. Auch auf folgende Art,wenn man einen Wetzstein zur Hand hat, kann man inder Noth und mit geringen Kosten Tinte machen. Mannehme eine Schüssel oder Tester, gieße einige LöffelMilch hinein, und lege den Wetzstein darein, bis dieMilch schwarz genug ist, um damit schreiben zu können.— Dresdner schwarze Tinte. Man nehme 2Dresdner Kannen (etwas über IZ- Quart) Phlegma,welches von der Blase kommt, sobald der Spiritus zugehen aufhört, 12 Loth Gallapfel, 4 Loth Eisenvitriol,I Loth Arabisches Gummi, und ein wenig Kochsalz.Diese SpecieS sehe man in einer gut verwahrten Fla-sche an die Sonne oder auf einen warmen Ofen, undlasse es mehrere Tage unter öfterem Umrühren daselbststehe», damit sich die Tinte im Ausziehen darstellt. DieseTinte soll sehr schön an Farbe und Dauer seyn.

Hier zu den oben, S. 97 u. f., schon angeführtenBemerkungen über die schwarzen Tinten, ihre Zubern-tungsorten und ihre Species rc., im Allgemeinen nochFolgendes: Außer der Güte der Ingredienzien verdientbesonders das richtige Verhältniß derselben zu einanderbei der Bereitung berücksichtiget zu werden, in welchemauch die verschiedenen Zubereitungsartcn abweichen, wennnicht auch in den dazu genommenen Species, daß diesenämlich verschieden sind. Nimmt man zu viel schwefel-saures Eisen oder Eisenvitriol, so wird die Tinte nichtrecht schwarz, sondern mit der Zeit, bei der Abnutzungdes Papiers von der ätzenden Säure des Vitriols, gelbdie Schrift durchscheinen lassen. Bei zu vielem Gummistießt sie nicht genug, sondern klebt an der Feder, gleichals ob Fett sich darunter befinde; sind die Gallapfel zufein zerstoße», oder werden wurmstichige und leichte dazugenommen, so wird die Tinte auf dem 'Papiere nicht