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Tiresias.
und der Nymphe Chariklo, vom Geschlechte desSpartaners Udaeus. Er war blind und als Wahr-sager berühmt. Wegen seiner Blindheit erzählt manmehrere Ursachen. Nach Einigen soll er den Menschendie Geheimnisse der Götter verrathen haben, und des-halb ließen sie ihn erblinden. Nach dem Pherecydessoll Minerva ihn im Zorn geblendet haben, weil er sienackt beim Baden mit seiner Mutter, der Chariklo,in der Hi'ppocrene gesehen habe. Diese betrübte sich sehrüber das Unglück ihres Sohnes. Um sie nun zu trö-sten, und aus Liebe zu ihrer Favoritin, der Chariklo,machte Minerva ihren Sohn, den Tiresias, zumausgezeichnetsten Wahrsager, verlieh ihm auch, aus demFluge der Dögcl die Zukunft zu entziffern, die Spra-chen der Thiere zu verstehen, und gab ihm einen Stab,welcher ihn immer aus dem rechten Wege erhalten, undstets zum Führer dienen sollte, als wenn er sehend wäre;daß er ferner lange leben, und nach seinem Tode derEinzige im Besitze der Fähigkeit seyn sollte, die Höllezu besuchen, wo er eine ehrenvolle Aufnahme vom Plutofinden würde. Dabei bedeutete sie aber der Chariklo,daß es ein unwiderrufliches Gesetz des Schicksals sey,daß alle diejenigen, welche einen Gott, ohne seine Er-laubniß, zu sehen sich erkühnten, für diese Verwegenheitauch hart bestraft würden. — Dann soll Jupiter mitder Juno einst einen Streit gehabt haben, den Tire-sias zu Gunsten Jupiters entschied, und deshalbhabe ihn Juno seines Gesichts beraubt. Nach demHesiodus soll Tiresias auch die Umwandlung indas zweite Geschlecht erfahren haben; denn er traf einstauf seinem Wege zwei ineinander geschlungene Schlan-gen an, die er mit seinem Stäbe zu trennen suchte, undwurde in ein Weib verwandelt, in welcher Verwandlunger sieben Jahre gelebt haben soll, dann sey er zufälligwieder auf diese Schlangen gestoßen, und bei der Be-rührung mit seinem Stäbe sey er wieder Mann gewor-