284
Tischler und Tischlerey.
An Zangen gebraucht derTischlerdie gewöhnlichenZangen und die Beißzangen. Zuletzt wird dasverarbeitete Holz noch mit Fisch haut (Seehundshaut),Schachtelhalm oder mit Bimsstein geebnet undglatt gemacht. Dann gebraucht der Tischler noch einenLeimtiegel zum Leimkochen; Flaschen zur Aufbe-wahrung der Beitze und Politur (die Erstere kann auchin einem Topfe aufbewahrt werden), einen Schwammzur Politur, ein Fläschchen mit Baumöl, zu dem glei-chen Zwecke, so auch Polir- und Beizlappen,Wachs zum Bohnen rc. Giebt es Aeste in der verfer-tigten Arbeit, so werden sie verkittet, welcher Kitt ausSägespänen und Leim, oder aus Dleyweiß, Ocher undOel bereitet wird. Geschickte Arbeiter paffen lieber einStück Holz hinein. Zum Beitzen gebraucht der Tisch-ler Farbehölzcr, Galläpfel, Eisenspäne, Eisenvitriol,Potasche, ungelöschten Kalk, Alaun, Schwefelsäure,Terpentinöl. Scheidewaffcr rc.; zur Politur gebrauchtman Spiritus oder Weingeist, Schellack, DenetianischenTerpentin rc.
Don den zusammengepaßten Arbeiten, Bo-gen und Kehlungen des Tischlers. Es giebt »er-schiedcne Arten von zusammengepaßten Arbeiten.Die gewöhnlichsten sind diejenigen, die unter dem Na-men Nerzapfungen vorkommen, und mit denen sichauch der Zimmermann beschäftiget. Wenn man z. B.zwei Hölzer durch eine Winkelrechte Vernietung zusam-menfügt, so daß sie sich beide übereinander schieben las-sen, so versichert man sie noch außerdem durch starkeSchließzapfen und hölzerne Bandnägel. Wenn manRiegel in stehende Säulen einzapft, so bekommen jenean beiden Enden Zapfen, womit sie seitwärts eingezapftwerden; und so ändert man die Zapfen der Hölzer, unddie Löcher, welche sie aufnehmen, nach den Umständen,und man versichert sie dann noch durch Nägel. Einigeandere als zusammengeplattete und zusammen-