Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Tischler und Tischlerey.

Zapfenloches wird mit der Stämmichre untersucht, umzu sehen, ob es gut rechtwinklicht ausgestoßen sey. DieseStämmlehre besteht aus zweien gleichen und nach einemrechten Winkel sich durchschneidenden Hölzern. DieZapfen in der Fuge sind die, womit die Füllungender Thüren bei den Fugen festgemacht werden. Döbel,Zapfenstücke, sind kleine Zapfen von einer cylindri-schen Form. Ein gestämmte Zapfen sind die, welcheman in die Querhölzer, vermittelst der Döbel von dernämlichen Dicke einläßt. Hieraus wird die Arbeit ge-nuthet oder Nuth e darein gestoßen, und die Füllungenwerden nach der Nuth mit der Plattbank oder demSimshobel eingepaßt. Nach der Ausarbeitung undGlatthoblung der Füllungen, werden sie von Breiten ge-macht und angepaßt, dann zusammengesetzt und geebnet,so daß die Füllungen mit den Rahmstücken gleich wer-den. Nach der Zusammenfügung der Stücke, werden siemit einem aus Ochsensehnen und Füßen verfertigten Leimzusammengeleimt, und mit Hülfe des Sergeanten oderder Leimzwinge zusammengebracht. — Das Lei-men des Holzes ist ein wesentlicher Theil der Tisch-lcrkunst. Hierbei kommt zuerst der Leim in Betrachtung.Dieser muß ein guter Hornleim, klar und durchscheinend,gegen das Tageslicht gehalten, seyn. Man zerbricht oderzerschlägt die Tafeln, die eine braungelbliche Farbe,gleich dem Bernsteine haben, zwischen einem Lappen, da-mit die Stückchen nicht auseinander springen können,welches leicht geschieht, da er hart und glasartig ist.Man wirft ihn dann in siedendes Wasser, und läßt ihndarin völlig auflösen. Man gießt nun das Wasserab, und zerstößt den erweichten und aufgelöseten Leimmit einer runden Keule, gießt dann das Wasser wiederauf, kocht ihn gehörig an dem Feuer, und setzt ihn dannzum Auskühlen fort, wo er dann wieder eine starke gal-lertartige Masse bildet. Wenn man nun Sachen oderGegenstände leimen will, so schneidet man ihn in Stücke,