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Tochter.
übertrieben wird. Nicht nur entspringt hieraus eine sehrergiebige Quelle des eigenen Mißvergnügens bei denEltern selbst, und bei den Töchtern, die versorgt werdensollen; den» für diese ist es gewiß sehr empfindlich, zusehen, mit welcher oft mißlingenden Besorgniß die Elternihrer loS zu werden suchen; sondern auch über die ganzeFamilie verbreitet sich aus dieser Quelle oft viele Unzu-friedenheit. Vater, Mutter und Töchter werden zur üb-len Laune gestimmt, unter welcher oft die unschuldigstenHausgenossen leiden müssen; und die Letzteren, als dieHauprpersonen, laufen Gefahr, ihre Seele zu einem uu-glücklichen Hange der bösen Laune zu gewöhnen, welchesden sonst vielleicht glücklichen Anfang der Ebe, wenn siewirklich noch eintritt, unglücklich macht. Eben so ver-liert der gesellige Umgang Vieles durch solche Störun-gen. Wie unangenehm muß es für einen gutdenkendenjungen Mann seyn, wenn er jene Aengstlichkeit der El-tern bemerkt, die in Rücksicht auf ihn selbst zwar schmei-chelhaft ist, gleichwohl seinem guten Herzen wehe thut,indem jede wahrgenommene Spur von Wünsche» undBemühungen der Eltern für ihre Tochter keine andereWirkung, als Bedauern und den hoffnungslosen Gedan-ken erregt: „daß er nicht im Stande sey, diesen Wün-schen und Bemühungen zu entsprechen." Denn so oftes auch immer gelingen mag, einem befangenen Mannedurch zuvorkommende Höflichkeiten und gesuchte Einlei-tungen eine Gattin zuzuführen; eben so oft mißlingenauch solche Pläne, deren Realisirung, genau genommen,auch nicht einmal zu wünschen ist, weil selten glücklicheEhen nach solchen Berechnungen entstehen. Schon die-ses, daß man durch jene Aengstlichkeit nur gar zu leichtveranlaßt wird, dem Freier eine Person aufzudringen,hat immer etwas Zurückstoßendes, welches nicht alleinaus dem Argwöhnen unredlicher Absichten, sondern auchöfter noch aus dem Scheine des Zwanges herrührt, derunserer frei geschaffenen Seele so sehr zuwider ist. DieseFolge ist natürlich und leicht zu erklären- Denn so wieüberhaupt jeder Zwang unsere Kraft zum Widerständeaufregt, so thut es der scheinbare Zwang ebenfalls, undam mehrsten in einer Angelegenheit, wo die allergrößteFreiheit herrscht und herrschen soll. Auf diese Art wird