Band 
Hundert und fünf und achtzigster Theil, welcher die Artikel Tiegelzusammensetzung bis Tonprüfung enthält.
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Ton.

eine nackte Figur betrachten mögen, die ganz mit Zin-«ober oder gebranntem Ocher gemalt worden, oder bloßeinen Kopf, dessen Gefichtstheile auf diese Art behandeltwären? Wie vielerlciAbwcichungen findet man nicht inollen Nuancen des Roths, überhaupt der Fleischfarbc,und hierin so viele diffonirende Tone; allein die Har.monie entsteht hier durch die Verminderung oder Der.Mehrung des Hellen und Dunkeln, oder des Weißen undGelblichen, wodurch ihnen dos Schreiende benommenwird; denn durch die Vermischung mit Weiß, wenn fieauch noch so geringe ist, können die niedrigsten Töne i»einen Akkord gebracht werden; rührt aber das Schrei,ende nicht sowohl von der Wirkung der Farbe, alsvielmehr von dem Mißbrauche des Lichts her, so sinddie grauen Töne zur Milderung am dienlichsten. Manhüte sich mehr Farben als zwei zu einen, Tone zu ver-binden, oder einen Ton daraus zu mischen, wenn mannicht eine Schmutzfarbe erhalten will; denn eine Farbeverdirbt die andere durch die Vermischung. Die Naturbestimmt die Farbcntöne. So findet man in den verschie.denen grünen Farben lauterAbstufungcn von einem hal-ben Tone. So ist das Meergrün einen halbenTon tie-fer als Grasgrün, und dieses wieder einen halben Tontiefer als Zeisiggrün oder Olivengrnn; so ist das Hoch.goldgelb oder Orangegelb einen halben Ton tiefer alsChromgelb, und dieses wieder einen halben Ton tieferals Paillegelb, und so kann man alle Farben durchge-hen, so wird man dasselbe Verhältniß finden, ohne dieZwischentöne vom Haupttone, die sich wieder mannig.faltig abändern. — Die Grundharmonie in derMusik ist entweder <lnr(hart) oder woll(weich). Durchdie Abwechselung dieser beiden Arten erhält man einegroße Mannigfaltigkeit,' aber auch hier hat die Farben,künde einen beträchtlichen Vorzug vor der Tonkunst.Man kann von keinem Tone in der Musik allein sagen,ob er hart, oder weich sey; denn diese Eigenschaft wird