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Ton.
tigcnMuth, mit dem er sich zu vertreten, geltend zu ma-chen, und die leiseste Ehrwidrigkeit von sich abzuweisenversteht. Die schauspielernde Virtuosität der Französi-schen Sprache charakterisirt aber auch endlich eine Per-sönlichkcit, die durch Wort und Rede Alles aufbietet,um ihren eigenen Werth genugsam hervorzuheben, unddie Alles, was in ihr ist, heraussagt und an das Ta-geslicht schleppt. Dies ist das ächt Französische Lebens-prinzig in allen Dingen und Beziehungen."—Aus dieserSchilderung der Sprache, die auch ihren Einfluß beiuns, besonders im achtzehnten Jahrhunderte, geäußerthat, wird man leicht gewahren, wie sie sich zur Bildne-rin des gesellschaftlichen Tons eignet, ja wie sie diesemTone Vorschub leistet, durch das Gefällige, was in der-selben liegt, wozu nun noch die Regsamkeit des Franzö-sischenCharakters kommt, der leicht dieForm annimmt,die ihm durch eine heroische oder sentimentale Lektüregegeben wird. — Bei den Deutschen herrschte der Fran-zösische Ton in den feinen Gesellschaften bis zu den1770gcrJahren vor, weil die Bildung durch Franzosenoder doch im Französischen Geschmacke größtentheils gc-schah, nur erst als sich die Deutsche Literatur erhob, alsGöthe mit seinem Werther, und Miller mit sei-nem S iegwart hervortraten, fing auch der gesellschaft-liche Ton eine solche Richtung zu nehmen an; dennGöthe begeisterte durch seinen Werther, so wie Mil-l cr durch seinen Siegwart die junge Welt, und derTon,der zwischen dem Chevalcresken und dem Schäferlebengeschwebt hatte, wurde nun sentimental. So sehr manauch diesen Ton anklagte, so sehr man die MischungvomWeichcn und Melancholischen, miteinemanschnlichenZusätze von Liebe, für nachtheilig hielt, weil sieden Cha-rakler, besonders des jungen Mannes, zu sehr efseminirtcund dem weiblichen einen zu starken Anstrich von Em-pfindeley gab, so war sie doch sehr wohlthätig, indemdieser Ton das Rauhe, was noch hin und wieder der