Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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384 Ueberkinger Sauerbrunnen.

state von besonderer Sauberkeit, und an seinem Fuße,in dem sogenannten Tiefenthale, so auch in demAuthale einer überaus Gras- und Obstreichen Ge-gend, bricht man Tufstein und verbraucht ihn bear-beitet als Bausteine, die bald mehr, bald wenigerporös sind, und oft sehr schöne Blätterabdrücke ent-halten. Dichten Kalkstein von bunter Farbe, derbald mehr, bald weniger Politur annimmt, findetman in der Pfaffenhalde, und oben auf der Poler-steige, dem eigentlichen Fahrwege auf die Alpen, an.Auf den Aeckern findet man häufig Ammoniten, Asteri-ten, Belemniten, Conchiten, Pektiniten, Trochiten,Echiniten, und andere Versteinerungen an. Die Filo,die im Wiesensteigschen entspringt, dicht anUeberkingenauf der Abendseite vorbeifließt, daselbst zwei ansehn-liche Mühlenwerke treibt, sich dann durch fette Wie-sen nach Altenstatt, und weiter hinab in das Thalschlängest, und endlich bei Blochingen vom Neckaraufgenommen wird, ist reich an Forellen, Kruppen,Gründlingen, Neunaugen, Aeschen und Krebsen.An ihren Ufern findet man dichte thonartige Ei-senstein- und Bohnerze in Menge. Auch der Bo-taniker und Entomologe finden hier so gut ihreErndte, wie der Mineraloge. Hier trägt man sichim Volke auch mit einer Legende herum, die steifund fest geglaubt und auch Fremden erzählt wird;nämlich auf der Spitze des bergigen Waldes, dieBurghalde genannt, an der mittägigen Seite desDorfes, stand vor Alters ein Schloß oder die ade-liche Burg Büringen, die in dem in der Geschichtebekannten Bauernaufstande 1526, wie so viele an-dere Burgen, von den Bauern zerstört und später-hin durch die Witterung vollends aufgerieben wor-den, so daß jetzt nur noch eine geringe Spur da-von vorhanden ist. In diesen Ruinen habe sichnun Maria, die Gemahlin Ludwigs, Königs