Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
Seite
429
JPEG-Download
 

429

Ueberlingen.

Handbuch der Heilquellenlehre rc, von Dr.Aug. Vetter, Th. 2 (Berlin und Wien, 1836),S. 167.) — Zuckert hat diesen Gesundbrunnenin seiner: „Systematischen Beschreibung allerGesundbrunnen und Bäder Deutschlands"nicht angeführt, wohl aber steht er in der „Syste-matischen Beschreibung aller Gesundbrun-nen und Bäder der bekannten Länder,vorzüglich Deutschlands (Jena und Leipzig,1798)." — Die Badegäste finden in der schönenUmgegend am Bodensee ihre Erholung; auch Ueber-lingen selbst, diese ehemalige alte Reichsstadt, bie-tet manches Angenehme. — Ueberlingen liegt aneinem Busen des Bodensees, welcher auch derUeberlingersee genannt wird, eine Meile vonMörsburg und eben sa weit von Slamansweil, ineiner mit Obstbäumen und Weinbergen umgebenenGegend. Der Grund, auf welcher die Stadt steht,ist ein Felsen, der schöne, zum Bauen brauchbare,Steine liefert. Man nimmt oder bricht sie aus denStadtgräben, wodurch diese sich ansehnlich vertiefenund zu größerer Befestigung der Stadt beitragen,indem sie sich um die ganze Stadt herumziehen.Die Stadt wird in drei Theile getheilt: in die un-tere Stadt, obere Stadt, und in den Gallenberg, dermit Wein besetzt ist. Sie hat sieben Thore, 3000Einwohner, ein Kollegiatstift, vier Kirchen: daSMünster, die Hospitalpfarrkirche, die Jodokuskircheund die Benefiziatkirche, ein Zeughaus, mehrere Klö-ster, ein reiches Hospital, ein Kornmagazin, eineStadtbibliothek, ein Archiv :c. Ehemals war dieseStadt befestiget und wurde als eine Vormauer desDeutschen Reiches angesehen; auch im vorigenJahrhunderte öfters belagert und erobert. Da sieaber wegen ihrer Lage nicht zur Festung taugt, soließ man die Befestigungen eingehen. Sie gehört