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Ueberlingen.
jetzt zum Seckreise des Großherzogthums Baden.Der oberste Theil der Stadt ist der Gallcnberg,welcher sich am westlichen Ende der Stadt hinauf-zieht; er ist von der untern und oberen Stadt durchFelsen getrennt und befestiget. Seinen Namen soller von dem Nonnenkloster St» Gallen führen, wel-ches ehemals hier stand, dann aber unten, am Bergeausgerichtet wurde. Die Straßen der untern Stavtsind gegen den See hin eben und ziemlich breit. GegenMorgen zieht sich ein Theil eine steile Anhöhe hinan,auf deren Spitze mehrere Gebäude stehen. Zwischendieser Anhöhe und dem Gallcnbcrge liegt auf einemetwas abhängigen Grunde die sogenannte Neustadt,mit der St. Jodokuskirchc, die vom Kollegiatstifte ausversehen wird; sie macht den zweiten Theil der Stadtaus, ist kaum zur Hälfte bebauet, und größtenteilsvon Weinbauern bewohnt. Die Kollegiatstiftskirche,die 1353 von dem Baumeister, der das Münster inUlm gebauct hat, zu bauen angefangen worden, ist dasmerkwürdigste Gebäude der Stadt; denn es hat 728Fuß im Umfange, und besteht aus fünf Gewölben,die auf 28 Säulen und 18 Pfeilern ruhen. Zwi-schen den Pfeilern sind auf beiden Seiten zwölfKapellen und vier Portale. An dem einen Endeder Kirche ist das größte Portal. Der Thurm istviereckig, hat 120 Fuß im Umfange, und ist 300 Fußhoch. Die Glocke des daneben stehenden Thurmesist 177 Centner schwer, und 1446 gegossen worden.Die untere Stadt enthält das Rathhaus mit derStadtbibliothek und dem Archive; die Benefiziatkirchemit einem Garten und Weinberge; das Zeughaus,ein großes Getreidemagazin, und das Hospital miteiner Kirche und Amthaus: es zieht die Einkünftevon fünfzehn Dörfern und mehreren Höfen, die ihmalle gehören; dann ist hier auch eine 1529 gebauetekünstliche Noßmühle. Die Stadt hat, außer einer