Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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444 Uebetmaleir.

ren, wo man die Farben dergestalt verdünnt, daßdadurch kein schroffer Absatz sichtbar bleibt, damit manam folgenden Tage die Arbeit, nachdem man dieseStelle mit ein wenig Oel vorsichtig befeuchtet hat,wieder fortsetzen kann. Am andern Tage male mandie Einfassungen der Augen, ohne an den Augapfelnselbst zu arbeiten, welches immer später geschehen muß.Drängt die Zeit, oder man wird durch irgend einenandern Umstand genöthiget, die begonnene Arbeit beiSeite zu setzen, so kann man in den Schattenparthien,oder auch da, wo die Halbtinten ihren Anfang neh-mt» , oder da, wo Kopf und Hals zusammentreffen,auchören, indem man die Farben gehörig verdünnt.Aus dieselbe Weise, nur mit Ausnahme der höchstenLichter und stärksten Schatten, deren Bearbeitung manbis zum folgenden Tage »erspart, verfährt man mitder Stirn und ihrer Umgebung, mit den Haarwur-zeln und Allem, was zur Carnation gehört. Am drit-ten Tage arbeitet man an den Ohren, an den Augenund an den schattigen Parthien. Bei gehöriger Fer-tigkeit im Uebermalen kann man dieses Alles in einemTage vollenden. Die Farben, welche beim Portraiti-ren in der Zwischenzeit, daß man an einer andernStelle arbeitet, trocknen und beschlagen sollten, so daßman, wenn man die Arbeit bei ihnen wieder anfangenoder aufnehmen will, ihren Charakter nicht deutlich er-kennen kann, darf man nur, um den Ton der Farbenwieder zu treffen, erst ganz trocken werden lassen, siedann mit ein wenig Oel, welches man mit dem Fin-ger sehr vorsichtig einreiht, befeuchten, und sie wer-den dann in ihrer völligen Klarheit wieder sichtbar.—Eben so macht man es auch bei den Gemälden, dieman einen oder mehrere Tage hat stehen lassen, ohnedaran zu arbeiten, indem man diejenige Stelle, woman wieder beginnen will, mit Oel einreiht, damit siewieder hervortritt. Das Anfeuchten der Grenzen mit