Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Uebermalen. 445

Oel ist bei den Tinten, zu welchen man Trockenfirnißnimmt, »»nöthig, weil solche nicht einschlagen; alleindie Farbe muß an den Grenzen gehörig verdünnt wer-den, damit von dem dicken Oele keine Ränder oderKrusten entstehen. S. auch den Art. Malerey,Th. 82, S. 596 u. f. — Um neue Farben auf diemangelhaften Stellen eines alten Gemäldes aufzu-tragen, ist nicht so leicht, wie es den Anschein hat;denn bei einer schadhaften Stelle ist die Farbe einge-schlagen oder hat sich verändert, wenn man sie nunmit einer neuen Farbe übermalt, so läßt diese oftFlecken zurück, welche die neuen Stellen bezeichnen.Man ist daher genvthiget, die neue Farbe in dem-selben Tone, das heißt, schmutzig zu halten, wie diealte; denn das Oel, welches man dazu gebraucht, dun-kelt nach, und verursacht diese Flecken. Die Wachsfar-ben sollen sich weit besser, als vie Oelsarben, zur Aus-besserung der alten Gemälde gebrauchen lassen; denndie Proben, die damit gemacht worden, haben bewie-sen, daß die schadhaften Stellen, wenn sie mit der mitWachs zubereiteten Farbe übermalt worden, fast garnicht zu finden sind; auch trocknen die Farben bald undwerden im Trocknen matt. Man überzieht verbesserteStellen nachher mit einem Mastirfirniß, und solchesmehrere Male. Sie nehmen dann ihren ersten Tonwieder an. Man kann auch über diesen Firniß malen,wenn es erforderlich seyn sollte, und dann das Ganzedamit überziehen. Dergleichen ausgebesserte Gemäldeverändern sich gar nicht, nur muß bemerkt werden,daß wenn man die Farben über den aufgetragenenFirniß setzen will, um den rechten Ton zu finden, mandie lichten Farben etwas Heller malen muß, als der Tondes Gemäldes ist; im Dunkeln oder im Schattenbehalte man den Ton im Gemälde bei. Wer die Ver-besserungen mit Oelfarben vornimmt, der gebrauchedazu ein nicht zu weißes Oel, und halte die Tinten