302 Ueberschci'bung. Ueberschauen.
aufwenden konnte. Litt ein Volk Finanzdruck, sowaren es gewöhnlich unglücklich gewählte Abgaben,die seinen Wohlstand niederhielten, vermindertenoder in Armuth verwandelten. S. auch unterStaatswirthschaft, Th. 167, S. 281 u. f. ^ -Es erzieht sich hieraus, daß eine Uebcrschätzung derEinwohner eines Staates in Hinsicht der Abgaben,nachtheilig auf das Volk, wie auf den Staat wirkenmuß. Wo daher das Volk wegen einer Auflagemurrt, unzufrieden mit derselben ist, da ist es auchnöthig, daß die Regierung die Beschwerde untersu-chen läßt, um so mehr, wenn viele einzelne Be-schwerden gegen dieselbe einlaufen, sich Dieser oderJener für zu hoch besteuert angiebt, oder um Erlaßoder doch Verminderung der Steuer bittet. In Län-dern, wo eine mäßige Lebhaftigkeit der GewerbeStatt findet, sollen nach einigen staatswirthschaftli-chen Schriftstellern 5 bis 6 Prozent wohl am sicher-sten anzusetzen seyn; allein man frägt hier: washeißt eine mäßige Lebhaftigkeit der Gewerbe, oderwie mittelt man das Maaß oder den Grad derLebhaftigkeit der Gewerbe aus? Wer bestimmt dasrohe, wer das reine Einkommen der Nation! —Eine Ueberschätzung ist daher leicht da möglich, woman von dem Zustande der Gewerbe und des Han-dels, überhaupt von der Produktion und demVerkehre des Volkes keine richtige Uebersicht hat.
Ueberschätzung, s. den vorhergehenden Artikel.
Ueberschauen, über etwas schauen oder sehen. DieMauer ist zu hoch, ich kann nicht über-schauen. Als ein thätiges Zeitwort wird es wieübersehen gebraucht. Die Stadt von einemBerge überschauen. Eine weite Ebenenicht überschauen können. Seine Laufbahnüberschauen, überschauen, was man für Bege-benheiten erfahren, und welche Schicksale, Freude»,