514 Ueberschmaucheii. Ueberschmieren.
stechen des Fadens mit der Nadel wird derselbe beimAusziehen überschlagen und angezogen. Diese Um-schlagung des Fadens wird bei Steppnähten ge-braucht. S. auch unter Nähen, Th. 100.
Ueberschmauchen, mit Rauch überziehen, besondersmit dem Rauche, der aus einer Tabakspfeife geblasenwird. Auch sagt man überschmauchtes Fleisch, Rauch-fleisch, was in einer Räucherkammer durch angezün-dete Sägespähne geräuchert worden.
Ueberschmieden, in der Artilleriewissenschaft,die Kanonenkugeln überschmieden, sie leichter undgleichförmiger, auch zu dem Rikoschettiren geschickterzu machen. Der hierdurch erlangte Vortheil soll aberdie großen Kosten bei dieser Arbeit nicht aufwiegen,welche überdieß nur bei solchen Kugeln angewendetzu werden braucht, die in eisernen Schalen gegossenwerden. Wird die Munition in Formen von Sandgegossen, und bei ihrer Uebernahme die gehörige Auf-merksamkeit beobachtet, so müssen die Kanonen- undKartätschenkugeln auch vollkommen rund und glattausfallen. Man erhält dann alle nur zu erwartendeGenauigkeit der Schüsse, da die durch das Ueber-schmiedcn erhaltene, nur geringe Vermehrung derDichtigkeit des Eisens, bei den sonstigen vielen zufälli-gen Umständen, auf die Richtigkeit der Schüsse keinenbedeutenden Einfluß haben kann.
Ueberschmieren, über etwas schmieren. Es kommt ineinigen Künsten und Gewerben vor, wo man dafürauch beschmieren und überstreichen gebraucht.So überschmiert man in der Wundarzneykunfteine Wunde mit Del, so ein Leder oder einen leine-nen Lappen mit Pflaster oder einer Salbe, um es aufeine Wunde zu legen, sie damit zu bedecken, um derenHeilung zu befördern. — So überschmiert man denKopf mit Haarwuchspomade, um den dünnen Haar-wuchs bei ausgegangenen Haaren zu kräftigen oder