552 Ueberschwemmcn und Ueberschwemmung.
Hieraus erficht man, daß die Ueberschwemmungenzum Theil dadurch abgewehrt werden können, daßman für die Erweiterungen der Flüsse an ihren Mün-dungen, und durch Reinigung derselben Sorge tragt,auch da, wo starke Strömungen im Frühjahre undHerbste Statt finden, neue Kanäle graben läßt, welcheeinen Theil des Wassers absorbiren können. Über-haupt muß von Seiten der Behörden dahin gesehenwerden, daß das Flußbett der Flüsse und Bäche ge-hörig gereiniget werde. Dieses müssen sowohl dieGutsbesitzer und Pächter, als auch die Landleute thunlassen, welches leicht im Iunius geschehen kann, woman Leute und Pferde zur Ausräumung der Wie-senbrüche und der verschlammten Stellen in den Flüs-sen entbehren kann. Wenn dann das in dem Flusseübcrhand nehmende Rohr oder Schilf abgemähetwird, so wird dadurch z. B. dem Pachter seine Arbeitbezahlt. Was er nicht grün von dem Schilfe als Fut-ter und zur Reinigung seiner Pferde gebraucht, das kanner zum Lager seines Viehes anwenden, und dadurchseinen Felddünger vermehren; denn nach der Erfah-rung weiß man, daß je fester die Bestandtheile sind,womit die Ercremente des Viehes vermischt werden,je dauerhafter and anhaltender auch der Dung selbstist; Gersten- und Haferstroh verfault und vergeheteher im Miste, als Weizen- und Rockenstroh. Wodie gebrannten Ziegel an einem Orte zu theuer odernicht zu haben find, da kann der Landmann das Rohrzur Deckung seiner Gebäude sehr nützlich gebrauchen.Wie gut werden nicht die Giebel, die Forste und die-jenigen Stellen in den Strohdächern, worauf derWind stößt, mit dem abgemäheten Rohre aus denFlüssen und Bächen befestiget, da man ja jährlichsieht, daß der geringste Sturm die Strohdächer, vor-nehmlich an diesen Stellen, zerreißt und abdeckt. Wieleicht find hier die Kosten, und wie vortheilhaft wer-