Ueberschwemmen und Ueberschwemmung. 583
den solche in einer guten Anwendung bezahlt; wobeiman noch die fernern Stauungen des Wassers durchdaS ausgehauene Schilf verhindert. Ferner kann derPachter und Landmann seine Felder und Wiesen mitden aus seinen angrenzenden Flüssen und Bächen her-ausgeschafften Schlamme düngen. Mähet man da-her das Rohr und Schilf in den Flüssen ab, und rei-niget solche von dem Schlamme, so kann ein auch an-haltendes Regenwetter die Wiesen nicht überschwem-men, weil eine jede Stauung des Wassers aus demWege geräumt worden. Besonders ist aber noch dahinzu sehen, daß man alle Anhäufungen von Erde, Steinen,Dung, rc. in der Nähe der Flüsse in der Zeit wegzu-schaffen sucht, wo die Ueberschwemmungen gewöhnlicheinzutreten pflegen, da solches von dem Regenwasser,Schneewasser, in die Flüsse und Bäche gespült wirdund zu Verstopfungen derselben Veranlassung giebt.So muß auch auf das Floßholz, auf Kähne, Wasch-bänke, kurz auf Alles gesehen werden, was die schnellanwachsende Strömung mit fortreißen kann, weil die-ses Alles Gegenstände sind, welche die Flüsse ver-stopfen können, indem sie ihre Mündungen ver-sperren und so das Wasser zum Austritte zwingenoder dessen Austritt befördern. Zu verhindern isteine Ueberschwemmung allerdings nicht, weil dasWasser bei heftigen wolkenbruchartigen Regengüssenoder beim Schmelzen des Schnees auf den Bergenim Frühjahre zu schnell zuströmt; auch Stürme oftdazu beitragen es aufzuhalten; es wird aber um soschneller wieder abfließen, wenn es weiter keine Hin-dernisse findet, keine Stauungen. Was den Scha-den an Feldfrüchten, an Wiesenwachs rc. anbetrifft,den der Landmann durch die Ueberschwemmungen er-leidet, so ist oft Manches dann zu retten, wenn der-selbe aufmerksam auf die wiederkehrenden jährlichenUeberschwemmungen ist, da sie sich gewöhnlich in die-