Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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554 Ueberschwemmen und Überschwemmung.

sem oder jenem Lande zu einer gewissen Zeit einzu-stellen pflegen. Vor Johannis pflegen in den Deut-schen Landen selten lange anhaltende Regen einzutre-ten, sondern erst nach dieser Zeit, weil dieses langjäh-rige Erfahrungen bekräftigen; denn einzelne Ausnah-men finden hier keine Berücksichtigung. Es ist daheranzurathen, daß man die Wiesen nicht zu lange mitdem Viehe betreibe, da die ordnungsmäßige Zuste-chung der Wiesen ohnedies immer am ersten Mai ge-schieht. Verfährt man nun auf diese Art, so kannman mit Abmähung der niedrigen und der Über-schwemmung ausgesetzten Wiesen gleich nach Pfing-sten den Anfang machen, so wird man mit der Heu-erndte gegen Johannis fertig seyn. Mit hochliegen-den und der Ueberschwemmung nicht ausgesetztenWiesen kann man länger warten, da in diesen nicht sobald, wie in den niedrigen Flußwiesen das Grasdurchschlägt und in die Höhe schießt. Betrifft nachder Einerndtung eine Ueberschwemmung die Fluß-und Bachwiesen, so können solche dadurch nur erfrischtund zum Anwüchse des Grummets gekräftigt werden.Von den überschwemmten Wiesen muß man sogleichnach dem Abflusse des Wassers das Gras abhauen,recht trocken werden, und nicht Reitergar, wie mansich an einigen Orten ausdrückt, einfahren lassen, da-mit hierdurch, und durch das viele Wenden und Bear-beiten, das Heu von dem völligen Staube undSchmutze gereiniget, dann aus guten und luftigenBöden gebracht, und ehe man solches im Winter zumViehfutter benutzt, wohl gedroschen und geschütteltwerde. Eben so kann man auch mit mehreren Feld-früchten verfahren, die zu dieser Zeit reifen. Ueber-haupt muß man da, wo Ueberschwemmungcn oft wie-derkehren, genau auf Alles merken, was man densel-ben entreißen kann, wenn man sich vorher dazu dieZeit nimmt. — Die Reinigung der kleinen Flüsse