5S6 Ueberschwemmen uud Ueberschwemmung.
dienen unddepFluth,so oft es die Umstände verlangen,Luft machen kann. Das Letztere findet allemal daStatt, wo es erlaubt ist, Wehre und Freiarchen zuerbauen, oder die Fluch durch wahre Stromarme ab-zulassen. Hier hat man nicht nöthig ängstlich auf dieSchifffahrt zu blicken, indem es bei uns steht, wiehoch der Wasserstand bleiben soll, wenn aber der Zü-gel nicht mehr in unserer Hand ist, wie es z. B. beigroßen Strömen zu geschehen pflegt, wenn ihre Bahndurch Erweiterung der Stromeuge beschleuniget wer-den muß, da hat man ganz anders zu verfahren. Eingroßer Strom, der sich weder durch Wehre, noch durchandere auf kleinen Flüssen anzubringende Hülfsmittelin Ansehung seines Wafferstandes bändigen läßt,ist zu allen Zeiten schiffbar genug, seine Stromengenerhalten ihn immer in der zur Schissfahrt nöthigenHöhe des Fahrwassers, aber seine Nebenflüsse ent-springen in Gebirgen und gewähren ihm einen so rei-chen Zufluß, daß er, ehe man es sich versteht, baldhier, bald dort austritt, und die schädlichsten Über-schwemmungen über seine Nachbarn verhängt. DasLand kann sich durch Deiche da es zu arm ist, nicht ge-gen sein Ueberfluthen in Sicherheit setzen. Dannhat er auch bei seinen nächsten Stromengen hoheUfer, und diese sind es eben, die seine wilden Fluchenzu sehr aufhalten, daß er nicht das Wasser, wie esangelaufen kommt, wieder loswerden kann. Die Er-weiterung dieser Stromengen würde nun ein sicheresMittel seyn, sein Wasser abzuzapfen. Wie hat mansich aber dabei zu verhalten? Erweitert man sie zuwenig, so erhält man nicht seinen Zweck, erweitertman sie zu viel, so verliert, bei mittelmäßigem Wasser,die Schifffahrt ihre nöthige Wafferhöhe. Man mußdaher hier zuerst zusehen, ob sich die Stromengen er-weitern lassen, und sollte das felsige Ufer solches nichterlauben, so muß man versuchen mit Ncbenkanälen