Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
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Ueberschwemmen und Überschwemmung. 573

Bodelschwingh an Ort und Stelle persönlichhatte vornehmen lassen, Folgendes bekannt: „DieZerstörungen und Beschädigungen der Überschwem-mungen in den Gegenden des RegierungsbezirkesMarienwerder in der Provinz Westpreußen sind vonbedeutendem Umfange, da, mit Ausnahme vonzwei und zwanzig Ortschaften, die Weichselniederun-gen des genannten Regierungsbezirks unter Wassergesetzt und hundert und ein und siebzig Ortschaf-ten mit 23,043 Einwohnern in der ganzen Ausdeh-nung ihrer Feldmarken, neun und achtzig Ortschaftenaber mit 23,215 Einwohnern zum größten Theilüberfluthet worden sind. Durchbrüche sind zwar nurin der Thorner, Culmer und Stuhmer Niederungmit einer Gesammtlänge von eines 500 Ruthenentstanden. Ueberall haben aber die Dämme bedeutende Beschädigungen erlitten, deren Kosten alleinim Regierungsbezirke Marienwerder sich auf mehrals 120,000 Thaler belaufen können. — Wennnun gleich die Weichselniederungen im Regierungs-bezirke Marienwerder verhältnißmäßig am meistengelitten haben, so haben doch auch die sich zumTheil in gleicher Lage befindenden Bewohner derWeichselniederungen im Regierungsbezirke Danzig,so wie der Pregel- und Memelniederungen sehr ge-litten, und bedürfen des thätigen Beistandes ihrerMitbrüder in den andern Provinzen." — In Ost-preußen hatten die Regengüsse länger als sechsWochen ununterbrochen angehalten, wodurch derMemelstrom auf mehr als fünfzehn Fuß angeschwol-len und das ganze Thal bis Tilsit tief unter Was-ser gesetzt worden. Die Schiffbrücke wurde beiTilsit durch losgerissene Holztriften zerrissen, so daßeine fliegende Brücke eingesetzt werden mußte. DasElend in den niedrig gelegenen Theilen Litthauensstand dem an der Weichsel nicht nach; denn ein