574 Ueberschwemmen und Überschwemmung.
mehrere Meilen breiter Strich längs des KurischenHaffes hatte die ganze Erndte verloren. Auf denHöhen sah es wenig besser aus; denn es hattensich viele Wasserflächen gebildet, wo man sonst der-gleichen, selbst nach dem Schmelzen großer Schnee-massen, nicht fand, und das Erdreich hatte überallso viel Wasser eingesogen, daß man mit dem Ein-fahren des noch Geretteten nicht fort konnte, daWagen und Pferde versanken.
Hier muß nun noch die neue Weichsel-mündung angeführt werden, die sich durch das Eisober den Eisgang im Jahre 1840 bei Danzig ge-bildet hat. Sie wird als ein merkwürdiges Na-turereigniß betrachtet. In der Nacht vorn 31ftenJanuar zum Isten Februar brach nämlich der beiDanzig vorübergehende westliche Arm der Weichsel,alte Weichsel genannt, nachdem er sich bei Neufähr,anderthalb Meilen oberhalb Danzig, mit Eisschollenverstopft hatte; daselbst nördlich durch die kaum ^Meile breite Nehrung (worunter man den schmalenStrich Landes versteht, der von Weichselmünde bisPillau geht, anfangs den Weichselstrom, dann dasfrische Haff von der See scheidet) durch, und stürztein einem neuen Bette in die Ostsee. Dieses Na-turereigniß hat bis jetzt keine wesentliche Verände-rungen, die auf Danzig Bezug hätten, hervorgebracht;denn die Befürchtungen, daß diese Handelsstadt nundurch Versandung des alten Bettes von der Stadtnach Neufähr die Flußschiffahrt nach Polen, unddurch Verminderung der Tiefe unterhalb der Stadtdie Seeschifffahrt verlieren werde, haben sich fürjetzt als voreilig erwiesen. Um indessen einer Ver-sandung vorzubeugen, die beim Eisgange eintretenkönnte, so wird jetzt in dem alten Strome unmit-telbar unterhalb des Durchbruches eine Schleusegebauet. Die Folgen, die übrigens dieses Ereigniß