Band 
Hundert und zwei und neunzigster Theil, welcher die Artikel Typus bis Übersiedelung enthält.
Seite
575
JPEG-Download
 

Ueberschwemmen und Überschwemmung. 575

für Danzig und die Umgegend haben kann, willman als sehr wohlthätig betrachten, indem durch dieSchaffung' eines näheren Abflusses nach der See dieGefahr der Ueberschwemmung dieser Gegend durchden Eisgang sehr verringert, ja fast aufgehoben ist.— Das Eis ist als ein Zerstörer der Wasserbau-werke, bei denselben auch einer besonderen Berück-sichtigung werth, und daher könnte mancher Damm-durchbruch, manche Ueberschwemmung verhindert wer-den, wenn man genau des Eises Aufgang beobach-tete, genau darauf merkte, wenn in den Flüssen dasEis im Frühjahre zu bersten anfängt, Risse erhält,daß man solche zu erweitern und das Eis zu zer-splittern trachte, welches durch Pulver geschehen kann,und daß man Stücke darin abfeuert; dann für guteEisbrecher sorgt, damit sich das Eis nicht über-einander schieben oder thürmen kann, nm so, durchden Drang des Wassers getrieben, seinen vollenChoc gegen die Dämme oder Deiche auszuführen;denn je mehr es zerstückelt wird, je geringer sindseine Wirkungen; s. auch den Art. Eis, Th. 10,S. 493 u. f.

So hat der Rhein seine Ueberschwemmungen;so in Oesterreich die Donau, die oft große Ver-herungen in Ungarn anrichtet. Die größte Über-schwemmung, welche die Donau in Ungarn verur-sachte, und die den in den Annalen des Landes be-kannten Wasserstand weit überschritten hat, war imMärz 1838; denn die Höhe des Wasserstandes be-trug in dem genannten Jahre in Ofen und Pesth inder Nacht vom 15. zum 16. März 29 Fuß 4 Zoll9 Linien, und da er im Jahre 1775, in welchembeide Städte auch überschwemmt wurden, nur 24 Fuß8 Zoll 10 Linien war, so hat das Wasser dieses Malum 4 Fuß 7 Zoll 11 Linien höher gestanden, alsdamals. Ganz Pesth stand unter Wasser und dieje-