Ueberjetzung. 603
die Schrift auch im Geiste und Ausdrucke so wiederzu-geben, als der Verfasser in fremder Sprache denGegenstand behandelt hat. Welche Eigenschaftenzu einem guten Uebersetzer erfordert werden, s. oben,unter Uebersetzen, S. 597 u. stUebersetzung, die Handlung des Uebersetzens, in meh-reren der oben unter Uebersetzen angeführtenBedeutungen, besonders aber in der Bedeutung derUebertragung einer Schrift ober einer Rede auseiner fremden in die eigene oder Muttersprache.Auch die übersetzte Schrift, das übersetzteWerk führt den Namen Uebersetzung. EineUeberjetzung aus dem Französischen, Englischen,Italienischen. Das Werk ist kein Original, son-dern nur eine Uebersetzung. Eine freie Ueber-seyung, die nicht wörtlich gemacht worden, sondernbloss den Sinn des Originals aufgefaßt und wie-dergegeben hat, ohne sich an Worte und SinneS-Perioden zu binden, daher auch der Ausdruck: Freinach dem Französischen oder Italienischenbearbeitet. Eine treue Uebersetzung, welchedie Schrift oft mit ängstlicher Genauigkeit so wie-dergabt, als sie im Originale vorhanden ist, mittreuer Abwägung der Worte nach ihrem Sinne.Treue Uebersetzungen haben nie das Gefäl-lige und Gewandte in der Sprache, als freie,indem sie zu ängstlich das Original nachahmen odernachzuahmen suchen; sie haben daher etwas Schwer-fälliges in der Construktion, selbst mit ächt deut-scher Wendung, weil sie zu sehr an den Wortendes Originals kleben, und sich in den Sinn nurin so fern fügen, als er in den Worten enthaltenist. Man sieht ihnen das Gezwungene in jederZeile leicht an. In strengen wissenschaftlichen Wer-ken, auch Geschichts-, diplomatischen und andernWerken, ist der richtige Wortsinn allerdings von