632 Uebersiedeln und Uebersiedelung.
beiten bestimmt, die in den ersten Zeiten sehr bedeu-tend waren. Das Loos derjenigen, die man zu denBesitzungen der Privatpersonen schlug, war noch un-glücklicher; denn man gab ihnen bei aller harten Ar-beit, die man von ihnen verlangte, schlechte Kost undgar keinen Lohn. Dieses Elend der Eingebornenrührte den menschenfreundlichen Bischof von Chiappoin Mexiko Las Casas. Er gab eine Schrift imJahrci542 heraus: „Ueber die Mittel, Indienzu verbessern," und übersandte sie Kaiser Karlndem Fünften. Ein zweite Schrift von ihm führtden Titel: „Die Verheerung Indiens." Inbeiden Schriften hält er den Tyrannen dieses mit ei-ner schauderhaften Grausamkeit unterjochten Landesdie Härte und Ungerechtigkeit vor, unter welcher dieunglücklichen Jndier in den drückendsten Ketten derSklaverei) z» Grunde gehen müßten, wobei er zugleich den Peinigern dieses unglücklichen Volkes zeigte,wie solche Handlungen das Christenthum entehrten;diese Mitgenofsen einer Religion der Menschlichkeit,der schrecklichsten Unmenschlichkeit Preis zu geben.Dieser edle Mann konnte aber nicht durchdringen;denn es setzte sich ihm ein Widerstand entgegen, derAlles aufbot, um die Wirkungen Las Casas zu un-terdrücken; indessen arbeitete er doch mit unermüdli-chem Eifer daran, die Jndier zu retten, und schlugendlich, aus Noth gedrungen, vor, den christlichen Jn-diern die Sklavenketten abzunehmen, und sie lieberden heidnischen Schwarzen anzulegen. Von dieserZeit an datirt sich der die Menschheit schändendeSklavenhandel, gegen den die neuere Stimme derHumanität sich so laut und nicht ohne Erfolg er-hoben hat. Indessen ist L a s Casas in so fernschuldlos an diesem Verbrechen, daß er, um die ar-men Eingebornen von ihren Sklavenketten zu retten,nur diesen Vorschlag machte, in der Voraussetzung,