634 Uebersiedelii und Uebersiedelung.
für jeden ihrer Gerichtsbarkeit untcrworfencnen Jn-dier zu nehmen. Die Kaziken waren ferner berechtigetihr Feld durch junge Leute bauen zu lassen, die derSteuer noch nicht unterworfen waren, und jungeMädchen bis zur Zeit ihrer Heirath zu Arbeiten, ih-rem Geschlechte angemessen, anzustellen, ohne ihnen ei-nen andern Lohn als Essen und Trinken zu geben.Diese Einrichtung ging nun von der Spanischen Re-gierung aus, um das Loos der Jndier zu verbessern,welches auf Las Casas Bemühungen: diesen Ar-men zu helfen, ausgegangen war; allein nicht nachdem Willen derjenigen Spanier, die ihren Vortheilvon den Jndiern zogen, und sie daher als Sklavenbenutzen wollten. Die Mexikaner machten von ih-rer erhaltenen Freiheit auch den rechten Gebrauch,das heißt, sie suchten sie zu bewahren; sie fordertendie Unterdrücker vor die Gerichte, und verklagte» diebestochenen Gerichte bei Hofe; ja sie gingen so weit,daß sie sich einmüthig weigerten für diejenigen zu ar-beiten, die sich ungerecht gegen sie bewiesen. Durchdiesen einmüthigen Schritt erhielten die Verordnun-gen zu ihrem Besten Festigkeit, und es fand kein or-dentliches Unterdrückungssystem mehr Statt, wohlnoch viele Privatbedrückungen, die aber unzertrenn-lich von dem Zustande eines besondern Volkes sind,das seine ehemalige Regierungsform verloren hat.Indessen gelang es doch den Mexikanern von Zeit zuZeit etwas von dem unermeßlichen Gebiete, das manihren Vatern abgenommen hatte, wieder zu erhalten.Sie erkauften sich Besitzungen von den KöniglichenDomainen oder von den großen Landeigenthümern.Diese Ankäufe geschahen aber nicht von dem Lohneihrer Arbeit, sondern von Glücksgütern, indem sie,mit dem Lande kundig, Bergwerke und Schätzeauffanden, die zur Zeit der Eroberung von ihrenVätern verscharrt worden. Auch diejenigen, denen